In einem Vortrag aus dem Jahr 1998 stellt die Psychologin Ursula Neumann die generelle Frage: "Sind Christen doch die besseren Menschen"?. Was sie dann engagiert darstellt - gesättigt mit Erfahrungen aus der Alltagspraxis und vielen Belegen - sind vielfältige Argumente für das "Märchen von der Bedeutung christlicher Wertevermittlung".
Sie befasst sich nicht nur mit den vorgeblichen "christlichen Wurzeln" unserer Werte, sondern auch mit den Absichten und Funktionen des Transzendenz-Bezuges. Der Zusammenhang von Glaube und Moral löst sich ebenso auf, wie die historische und aktuelle Instrumentalisierung des Gottesbezuges zu größerer Intoleranz führt. Die Beliebigkeit verschiedener "höherer Wahrheiten" wird von ihr ebenso erläutert, wie die Unsinnigkeit des allgemeinen Religionsunterrichtes, dessen behauptete positive ethische Wirkung nirgendwo nachweisbar ist.
Dieser Vortrag hat nichts von seiner Aktualität verloren.