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07. November 2005

Der Statistik-Beobachter (2)

Vermeintlichkeiten immer beliebter

Auf verschiedenen Seiten des Internet können sich die Nutzer an so genannten "Umfragen" beteiligen, so auf der "Missionarischen Homepage für junge Leute: Jesus.de" oder bei der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck.

Bei Jesus.de können die Besucher beispielsweise (seit Mitte September) ihre Meinung dazu äußern, ob ein Pfarrer Feng Shui lehren darf.  Bis Mitte Oktober haben sich rund 700 Nutzer an dieser Umfrage beteiligt und die Meinungen sind in keiner Weise zitierfähig. Wenn darüber berichtet werden würde, dann müsste es methodisch nachvollziehbar heißen: Von einer unbekannten Zahl von Nutzern der Internetseite Jesus.de haben (..Zahl...) an einer Abstimmung teilgenommen. Von diesen Teilnehmern sind keine weiteren Informationen bekannt, die zumindest einen irgendwie gearteten Hinweis auf die Zusammensetzung und Repräsentativität der Teilnehmer erlauben würde, so dass die Ergebnisse nur als unwissenschaftliche Spielerei zu betrachten sind.

Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck nennt diese Rubrik "Interaktiv" und  "Trend in Prozent". Vom 5. bis 30. Oktober haben sich beispielsweise 150 unbekannte Nutzer der EKKW-Seite zu der Oktober-Umfrage "Wem möchten Sie wirklich mal wieder 'Danke' sagen?" geäußert.

Die EKD hat zu ihrer 10. Synode eine Online-Umfrage "Brauchen wir mehr Toleranz in Deutschland" eingerichtet. Begründung: "Als Momentaufnahme zeichnet diese Umfrage unter den Internetnutzern ein Stimmungsbild."

Alle Verantwortlichen derartiger "Umfragen"  sollten sich ernsthaft fragen, ob sie solchen Unsinn weiter betreiben wollen.

 

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