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Kirchliches Leben Erzbistum Berlin 1960 - 2015

Erzbistum Berlin

Das Erzbistum Berlin umfasst neben Berlin, den zentralen und nördlichen Teil Brandenburgs, Vorpommern sowie die Stadt Havelberg in Sachsen-Anhalt. Das Bistum liegt in der Diaspora. Bischofssitz ist die St.-Hedwigs-Kathedrale in Berlin-Mitte.

Bereits im 10. Jahrhundert gibt es im Gebiet des heutigen Erzbistums Berlin Hinweise auf das Christentum, wie archäologische Funde, wie zum Beispiel das Spandauer Kreuz belegen.

Die Zisterzienserklöster Lehnin, Zinna und Chorin wurden im 12. /13. Jahrhundert gegründet, ein Benediktinerinnenkloster in Spandau im Jahr 1239. Ab Anfang des 13. Jahrhunderts lassen sich in vielen Orten des heutigen Bistums katholische Kirchen nachgewiesen.

Im Mittelalter existierten in Brandenburg mehrere Bistümer, die im 16. Jahrhundert infolge der Reformation säkularisiert wurden. Nur die Domkapitel in Havelberg und Brandenburg blieben als protestantische Institutionen erhalten.

Die erste katholische Kirche nach der Reformation wurde in Preußen im Jahre 1723 in Spandau erschaffen. Ein Jahr später wurde auf Betreiben Friedrich Wilhelms I. eine Kirche in Potsdam erbaut. Beide Kirchen wurden für die katholischen Arbeiter, die aus Lüttich nach Berlin zum Arbeiten geholt wurden, errichtet. Friedrich der Große ließ für die katholischen Soldaten ab 1747 die Hedwigskirche erbauen. Von Mitte des 19. Jahrhunderts wurden mehr und mehr katholische Gemeinden gegründet und Pfarrkirchen errichtet.

Erzbistum Berlin Grafik

Im Erzbistum Berlin (einem Bistum in der Diaspora) liegen alle dargestellten Werte des kirchlichen Lebens deutlich entfernt vom katholischen Durchschnitt insgesamt.

Die „zukunftsträchtigen” Ereignisse (Taufen, Erstkommunionen und Trauungen) bewegen sich seit über 50 Jahren zahlenmäßig unterhalb derer des gesamten katholischen Deutschlands.

Die Bestattungen (eine Zahl, die den Mitgliederbestand früherer Jahrzehnte reflektiert) lagen bis in die 1980er Jahre deutlich über dem katholischen Durchschnitt, sind aber ab 1985 rapide unter die Zahlen des übrigen Deutschlands gesunken.

Die Mitgliederzahlen sind in den letzten 30 Jahren (1985 - 2015) um 52 Prozent gestiegen. Die recht hohen Austrittszahlen der letzten Jahre machen sich hier kaum bemerkbar. Ebenso sind Taufen und Erstkommunionen um 46 bzw. 38 Prozent gestiegen. Die Zahl der Trauungen nähert sich inzwischen dem katholischen Durchschnitt an. Auch bei den Gottesdienstbesuchern ist die Zahl gegenüber 1985 höher, aber seit 1991 kommen auch hier immer weniger zum sonntäglichen Gebet. 1990 waren es 14,5 Prozent, 30 Jahre später noch 10 Prozent der Kirchenmitglieder. Damit sind es genausoviel wie im katholischen Durchschnitt.

Anmerkung:
Berlins Einwohnerzahl wächst seit Jahren ständig. Zwischen 1985 und 2015 ist die Gesamtbevölkerung von Berlin um fast 15 Prozent gewachsen. Seit 2007 hat Berlin neben den vielen Zuwanderern einen Geburtenüberschuss gegenüber den Verstorbenen. Etwa drei Viertel der Zugezogenen kommen aus dem Ausland, besonders aus Polen, aber auch aus den osteuropäischen Ländern Rumänien, Bulgarien und Ungarn.
Der Eindruck, dass sich die Zahlen der Taufen und Trauungen auf einem niedrigen Niveau seit 2001 stabilisieren, entsteht durch Zuwanderungen.

Erzbistum Berlin absolute Zahlen
Erzbistum Berlin absolute Zahlen
Erzbistum Berlin relative Zahlen
Erzbistum Berlin relative Zahlen

(SFE)