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Kirchliches Leben Evangelische Kirche in Deutschland 1980 - 2014

EKD

Zu den statistisch erfassten Daten des "kirchlichen Lebens" gehören u. a. Taufen, Konfirmationen, Trauungen und Beerdigungen - Ereignisse für die jeweils besondere kirchliche Rituale abgehalten werden - und Kirchenaustritte, sowie die Anzahl der Gottesdienstbesucher.

Die Anzahl der Taufen (und damit der zukünftigen Kirchensteuerzahler) reduziert sich ab 1980 von 221.982 auf 160.764 (2014). Der Anstieg Ende der 1980er Jahre ist die (abgeflachte) Wiederholung des Anstiegs der 1950er Jahre. Die Kinder von damals werden Brautleute und bekommen eigene Kinder. Dafür spricht auch der Anstieg der evangelischen Trauungen in dieser Zeit.

Die Anzahl der Trauungen reduziert sich mit einem "Zwischenhoch” Ende der 1980er/Anfang der 90er Jahre von 94.447 (1980) auf 45.508 (in 2014). Der positive Zwischentrend Anfang der 1990er Jahre wird noch verstärkt durch das Hinzukommen der evangelischen Christen aus der DDR nach der Wiedervereinigung.

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Die Bestattungen sind in dem betrachteten Zeitraum ab 1980 auf einem relativ gleichbleibendem Niveau von 320-340.000 pro Jahr, reduziert sich jedoch ab 1992 kontinuierlich. Der vermeintliche sprunghafte Anstieg zwischen 1990 und 1991 beruht lediglich auf einer anderen Zählweise in den östlichen Gliedkirchen.

Zu dieser Zeit wurden lediglich die evangelisch Verstorbenen erfasst, nicht, ob diese dann auch ein kirchliches Begräbnis bekamen. Im Jahr 2014 wurden 270.273 Menschen evangelisch bestattet.

Der Saldo aus Taufen und Bestattungen hat sich seit 1970 in einen Bestattungsüberschuss verändert, der sich seit 1991 jährlich um die 100.000 Mitgliederverluste aufgrund dieses Saldos beläuft. In den letzten Jahren ist diese Differenz sogar wieder größer geworden, so dass die Mitgliederverluste in diesem Bereich 2014 bei fast 226.000 liegt.

Im betrachteten Zeitraum verlassen mehr Menschen die Evangelische Kirche, als aufgenommen werden.

Nach der gößeren Austrittswelle nach der Wiedervereinigung bewegt sich der Saldo zwischen Aufnahme und Austritt um 120.000 pro Jahr. Zwischen 2004 und 2007 setzte sich dieser Trend für wenige Jahre etwas langsamer fort. Zwischen 2009 und 2012 liegt diese Differenz bei etwa 90.000 Mitgliederverlusten pro Jahr. 2013 ist diese Differenz sprunghaft auf 126.000 angestiegen und 2014 sogar auf 226.000. Es haben 2014 fast so viele Menschen die evangelische Kirche verlassen (270.000), wie 1993. Nach 1990 haben insgesamt mehr als 6,8 Mio Menschen der evangelischen Kirche den Rücken gekehrt.

Kasualien

Absolute Zahlen

Tabelle Absolute Zahlen
* Die evangelischen Bestattungen sind zwischen 1991 und 1996 nicht exakt ermittelbar, da die östlichen Gliedkirchen nur die evangelischen Verstorbenen erfasst haben, jedoch nicht, ob diese auch evangelisch bestattet wurden. Erst ab 1997 wurde eine einheitliche Erfassung durchgesetzt.

relative Zahlen / jährliche Veränderungen

Tabelle2 Relative Zahlen

Quellen:

  • Kirchenamt der EKD
  • 1980-2001 Statistische Jahrbücher der Bundesrepublik Deutschland
  • 2002-2014 EKD- Statistiken
  • Datenreport destatis 2002

* 1) Kindertaufen ohne Taufen von Erwachsenen (Taufen bis zum vollendeten 14. Lebensjahr)

* 2) Abendmahlsgäste bis 1984, seit 1985 Gottesdiensteilnehmer

* 3) "Stationäre Gleichgewichtsdifferenz" = Zunahme durch Taufen, Übertritte, Wiederaufnahmen und Abnahme durch Bestattungen und Kirchenaustritte. Nicht berücksichtigt ist die Veränderung durch die ‚Wanderungsbilanz’.

* 4) Durchschnitt aus der Anzahl der Teilnehmer/-innen an Gottesdiensten der Sonntage Invokavit und 1. Advent mit der Wertung zwei zu eins ohne Berücksichtigung von Kindergottesdiensten.