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Kirchliches Leben Landeskirche Sachsen 1990 - 2014

Kirchliches leben LK Sachsen

Das Gebiet der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens umfasst im Wesentlichen das Gebiet des Landes Sachsen und einen geringen Teil Thüringens. In Sachsen wurde 1539 die Reformation offiziell eingeführt und das Kirchenwesen beruhte auf der Kirchenordnung von 1580.

Der Landesherr fungierte wie fast überall auch als Kirchenoberhaupt. Da der Kurfürst 1697 katholisch wurde, übertrug er seine bischöflichen Rechte den evangelisch beauftragten Geheimen Räten. Höchster Geistlicher Sachsens war der Oberhofprediger, der zugleich Vizepräsident des Oberkonsistoriums war. 

Nach dem Wiener Kongress 1815 musste das Königreich einige seiner Gebiete an Preußen abgeben.

Mit der neuen Kirchenvorstands- und Synodalordnung von 1868 wurde 1871 die erste Landessynode gewählt. 1874 wurde durch eine Verfassungs- und Verwaltungsreform Kirche und Staat getrennt. Damit war das Evangelisch-Lutherische Landeskonsistorium oberste Kirchenbehörde und das Kultusministerium übte nur noch allgemeine Aufsichtsrechte aus, wie auch über alle anderen Religionsgemeinschaften. Nachdem das landesherrliche Kirchenregiment weggefallen war, trat für die Landeskirche 1926 eine neue Verfassung in Kraft und nach der neuen Kirchenordnung trägt sie die Bezeichnung Evangelisch-Lutherische Landeskirche des Freistaates Sachsen und der oberste Geistliche ist der „Landesbischof“.

Landeskirche Sachsen 1990-2014

Die Mitgliederentwicklung, d. h. die Zahl der Kirchenaustritte nach der deutschen Wiedervereinigung, hat sich für die Landeskirche Sachsen erst Mitte der 1990er Jahre stabilisiert. Die Anzahl der Mitglieder verringerte sich zwischen 1990 und 2014 um 56 Prozent.

Der Anstieg der relativen Zahlen bis 1992 beruht auf der Verringerung der Bezugsgröße der Mitgliederzahl. Die kirchlichen Ereignisse verringern sich auch in diesen Jahren.

In den vier dargestellten Ereignissen des kirchlichen Lebens (Taufen, Konfirmationen, Trauungen sowie Bestattungen) zeigt sich in der hohen überdurchschnittlichen Zahl der Bestattungen die vergleichsweise Überalterung der Kirchenmitglieder bis 2004.

Bei den Trauungen wie bei den Taufen steigt die Anzahl der Ereignisse in den betrachteten 24 Jahren pro 1.000 Kirchenmitglieder insgesamt an. Bei der Anzahl der Taufen wird 2003 der EKD-Durchschnitt übertroffen, sinkt im Folgejahr noch einmal ab und steigt ab 2006 entgegen dem evangelischen Durchschnitt.

Die Anzahl der Konfirmationen sinkt seit 1995 kontinuierlich, der große Sprung im Jahr 2006/2007 ist in Bezug zu den deutlich geringeren Geburtenzahlen von 1991/1992 in Ostdeutschland zu sehen. Nach 2007 lassen sich wieder deutlich mehr Mitglieder konfirmieren. Als Feier zum Eintritt ins Erwachsenenleben erfreut sich die Konfirmation als Äquivalent zur Jugendweihe wieder mehr Beliebtheit. Gegenüber dem Jahr 2007 lassen sich 2014 wieder ein Drittel mehr konfirmieren. Dieser Anstieg hat jedoch keine Entsprechung bei den Taufen (14 Jahre zuvor) und Trauungen. Bei beiden sind die absoluten Zahlen der Ereignisse in den betrachteten Jahren auf weniger als die Hälfte gesunken, relativ bleiben sie aber auf etwa gleichem Niveau.

Die Gottesdienstbesuche sind nach dem stetigen Absinken der Zahlen erstmals 2014 wieder deutlich angestiegen.

Landeskirche Sachsen absolute Zahlen
Landeskirche Sachsen relative Zahlen

(SFE)