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Kirchliches Leben Landeskirche Westfalen 1960 - 2014

Kirchliches Leben Landeskirche Westfalen

Das heutige Gebiet der Evangelischen Kirche von Westfalen bestand vor 1800 aus mehreren eigenständigen Territorien, deren Grenzen oft verändert wurden. Die Reformation wurde in vielen Gebieten bereits sehr zeitig eingeführt (z. B. Kurfürstentum Köln 1524). Die großen Städte wie Minden, Herford, Soest und Dortmund machten ihren Einfluss im entsprechenden Umland hinsichtlich der Einführung der Reformation geltend.

Im 17. und 18. Jahrhundert kamen die Gebiete Mark, Ravensberg, Minden und Tecklenburg zu Brandenburg-Preußen. Nach dem Reichsdeputationshauptschluss 1803 und dem Wiener Kongress 1815 erhielt Preußen weitere Gebiete. Aus diesen westfälischen Gebieten entstand die Provinz Westfalen mit der Hauptstadt Münster.

Im Frühjahr 1835 erhielt die Provinzialkirche Westfalen zusammen mit der Kirchenprovinz Rheinland eine Kirchenordnung, der 1855 drei sogenannte „Bekenntnisparagraphen“ vorangestellt wurden. Diese regelten das Neben- und Miteinander der unterschiedlichen Bekenntnisse. So konnten die lutherischen, reformierten und unierten Gemeinden auch mit der Union ihre jeweilige Bekenntnisbindung behalten.

Nachdem Preußen als Staat nach dem 2. Weltkrieg aufgelöst wurde, kam das Gebiet zu Nordrhein-Westfalen. Heute umfasst es die Landesteile Westfalen, Detmold und Münster.

Die Landeskirche hat in Schwerte eine Evangelische Akademie und in Herford eine Hochschule für Kirchenmusik.

Im Gebiet der Landeskirche Westfalen sind seit Ende der 1990er Jahre 29 Kirchen umgewidmet, geschlossen oder abgerissen worden. In Westfalen betrifft dies vor allem Bielefeld, Dortmund sowie Gütersloh und besonders die in den 1950er bis 1970er Jahren neu gebauten Kirchen. Vor allem für diese Baujahre ist die Akzeptanz zur Erhaltung der Kirchenbauten als Denkmal wenig ausgeprägt.

Kirchliches leben LK Westfalen Grafik

Die vier dargestellten Ereignisse des kirchlichen Lebens (Taufen, Konfirmationen, Trauungen und Bestattungen) in der Landeskirche Westfalen verlaufen in ihren Relationen pro 1.000 Kirchenmitglieder recht genau zu den Ereignissen in der gesamten EKD.

Bei den absoluten Zahlenvergleichen ab 1960 liegt die Landeskirche prozentual in allen Bereichen etwa 6-10 Prozent niedriger als die gesamte EKD (bei der Anzahl der Bestattungen ca. 20 Prozent). Die höhere Anzahl der Taufen 1990/91 spiegelt sich 14 Jahre später in den höheren Konfirmationszahlen wider.

Den Gottesdiensten sind in den letzten 20 Jahren etwa die Häfte ferngeblieben.

Das „Jahr der Taufe” 2011 hat sich in dieser Landeskirche in einer Erhöhung der Taufzahlen kaum ausgewirkt. Und bereits im Jahr 2012 sind es wieder erheblich weniger Taufen (minus 5 Prozent) gewesen.

Die Austrittszahlen haben sich 2014 gegenüber 2012 mehr als verdoppelt und ist auf dem gleichen Niveau wie Anfang/Mitte der 1990er Jahre, als es steuerliche Änderungen gab, die sich auf die Höhe der Kirchensteuer auswirkten. Auch die Änderung 2014 zum Einzug der Kirchensteuer auf Kapitalerträge durch die Banken hat viele Kirchenmitglieder über ihre Zugehörigkeit zur Kirche nachdenken lassen.

LK Westfalen Tabelle1 absolute Zahlen
LK Westfalen Tabelle2 absolute Zahlen
LK Westfalen Tabelle1 relative Zahlen
LK Westfalen Tabelle2 relative Zahlen

(SFE)