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Religionszugehörigkeit nach Bundesland, 2002-2011

Der Zensus 2011 bietet trotz aller Kritik an einzelnen Verfahren der Befragung dennoch ein aktuelles Bild zur Religionszugehörigkeit der Bevölkerung. Für Gesamtdeutschland wurden nur noch jeweils 31 Prozent evangelische und katholische Mitglieder ermittelt. Die Konfessionslosen machen inzwischen einen Anteil von ca. 33 Prozent aus.

Die Übersicht zeigt, dass es jeweils nur zwei Bundesländer gibt, in denen die Bevölkerung mehrheitlich evangelisch (Schleswig-Holstein und Niedersachsen) oder katholisch (Bayern und das Saarland) ist. Die fünf Neuen Bundesländer und Berlin sind mehrheitlich zu über zwei Dritteln konfessionslos.

Auch wenn sich diese grobe Verteilung bereits 2002 so darstellte, haben sich die Anteile erheblich geändert. In sämtlichen Bundesländern ist der Anteil der Konfessionslosen zwischen 2002 und 2011 um ca. 10 Prozent gestiegen. Der Anteil der katholischen und evangelischen Mitglieder ist in fast allen Bundesländern gesunken. Ausnahmen bilden hier nur Hessen (2 Prozentpunkte mehr Katholische), Baden Württemberg (+6) und beim Saarland lässt es sich real nicht vergleichen, da in den beiden vorherigen Datenerhebungen hier recht geringe Fallzahlen vorlagen. Die in Bremen zu verzeichnenden deutlichsten Änderungen bei beiden Konfessionen (-11 und -19 Prozentpunkte bei evangelischer und katholischer Bevölkerung) sind ebenfalls auf die geringen Fallzahlen in 2002 und 2004 zurückzuführen. Eine zuverlässige Aussage ist auf Grund der vorliegenden Daten so nicht möglich.

Die Daten aus den Jahren 2002 und 2004 stammen von Studien des ALLBUS, bei denen ca. jeweils 2.800 Bundesbürger befragt wurden. Insofern beruhen diese Daten natürlich aus einem geringeren Potential als der Zensus von 2011.

Die Übersicht über die Religionszugehörigkeiten in den Bundesländern veranschaulicht zweierlei: Zum einen die Leistungsfähigkeit der Demoskopie, ein annähernd reales Abbild der Verteilungen zu ermitteln und zweitens die Grenzen demoskopischer Verfahren, da bei zu geringen Fallzahlen die Ergebnisse nicht mehr zuverlässig verwertbar sind. Aus diesem Grund sind auch die Daten zu den kleineren Bundesländern wegen zu geringer Fallzahlen nicht mehr verlässlich (z. B. Bremen, Saarland und auch Ostberlin).


Anmerkung: Die Grenzen einer demoskopischen Befragung zeigen sich bei zu kleinen Fallzahlen.
Illustriert werden soll das am Beispiel des kleinen Bundeslandes Bremen. Bremen hat (nach den Angaben der Deutschen Bischofskonferenz) im Jahr 2002 wie auch im Jahr 2012 einen Katholikenanteil von 12,1 Prozent. In dem 2002er-Datensatz (13 Befragte in Bremen) sind es 30,8 Prozent Katholiken (4 Befragte), im 2004er-Datensatz (9 Befragte in Bremen) sind es 0 Prozent, d. h. kein Befragter ist katholisch - und wäre es einer, repräsentierte er bereits 11,1 Prozent. Je kleiner also ein Bundesland ist, d. h. je geringer die Bevölkerungszahl, umso weniger lassen sich für kleinere Gruppen der dortigen Bevölkerung demoskopische Daten zuverlässig in einem nationalen Datensatz aufbereiten. Der Vollständigkeit halber sind sie dennoch mit aufgeführt.

Quellen: