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Wie viele der „muslimischen Flüchtlinge“ sind Atheisten?

In der ZEIT thematisiert Marcus Latton die Frage, wie viele der Flüchtlinge aus islamisch geprägten Ländern Atheisten sind. Das wisse niemand. Auch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) erfasse statistisch nicht, ob ein Flüchtling bekennend glaubenslos ist.

Nur aus einer Untersuchung von WIN-Gallup International (aus dem Jahr 2012) gibt es Hinweise dazu, dass es auch in muslimisch geprägten Ländern Nicht-Religiöse und Atheisten gibt.

„Demnach bezeichnen sich etwa in Saudi-Arabien fünf Prozent der Bevölkerung als überzeugte Atheisten, 19 Prozent, fast sechs Millionen Menschen, sagen von sich, sie seien nicht religiös. 22 Prozent der Menschen in arabischen Gesellschaften äußerten in der Umfrage zumindest Zweifel an ihrer Religion.“

Als ein Beispiel, wie in Deutschland damit offiziell umgegangen wird, benennt der Artikel einen im Irak aufgewachsenen Iraner, der sich in seiner Wohngemeinschaft in Köln nichts gegen Religion sagen darf. Bei seinem ersten Interview in der BAMF-Außenstelle in Bad Berleburg im Mai 2016 habe sich der Dolmetscher geweigert, zu übersetzen, dass er Atheist ist. Erst nach Intervention von Mina Ahadi vom Zentralrat der Ex-Muslime bekam er ein zweites Interview bei einem anderen Sachbearbeiter.