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Schülerzahlen an evangelikalen theologischen Schulen

Die Bibelschulen im deutschsprachigen Raum haben in den letzten Jahren einen großen Zulauf erhalten. Zwischen 2000 und 2019 ist die Zahl der Vollzeitstudenten etwa auf das Doppelte gestiegen (2000: 2.285, 2019: 4.542). Zusätzlich absolvieren ca. 650 Studierende im Aufbau- oder Fernstudium. In derzeit 45 Ausbildungsstätten im deutschsprachigen Raum können die Studenten jetzt oft auch staatlich anerkannte Abschlüsse erwerben und Bafög beantragen, was noch vor einigen Jahren nicht möglich war. Dennoch beklagen die Kirchen einen zunehmenden Mangel an hauptamtlichen Personal. Wohin gehen die gut ausgebildeten Absolventen?

Bibelschulen im deutschsprachigen Raum

Es gibt eine breite Palette von Bibelschulen und Theologischen Ausbildungsstätten in Deutschland. Der Begriff der Bibelschule umfasst dabei ein Spektrum von der Gemeindebibelschule bis hin zum Theologischen Seminar, das mittlerweile Pastoren, Gemeindepädagogen und Missionare ausbildet. Es reicht von der Evangelischen Allianz der Freikirche bis hin zur Landeskirche, sowie unabhängige Werke.

Evangelikale Christen sind eine Minderheit innerhalb des Protestantismus, die sich auf die Irrtumsfreiheit der Bibel berufen. In der Deutschen Evangelischen Allianz, dem Dachverband der Evangelikalen, sind 1,3 Millionen Christen organisiert. Diese besonders bibeltreuen Protestanten sprechen sich gegen Abtreibung aus, sind für weltweite Missionierung und zweifeln an der Gültigkeit der Evolutionstheorie, weil man die Schöpfungsgeschichte der Bibel für eine historische, naturwissenschaftliche Darstellung hält. Auch Homosexualität, gleichgeschlechtliche Partnerschaften und selbstbestimmtes Ende des Lebens sind Themen, die immer wieder zu Diskussionen führen.

Überall im Lande gibt es Bibelschulen, die Missionare, Pastoren und Gemeindehelfer ausbilden. Um Pastor zu werden, musste man bisher an Universitäten oder Kirchlichen Hochschulen studieren bzw. bei den Freikirchen an deren Ausbildungsstätten. In den letzten Jahren haben die evangelikalen Seminare größere Bedeutung erlangt, die vom Staat als Theologische Hochschulen anerkannt worden sind. Sie bilden vor allem Pastoren für Landeskirchliche Gemeinschaften und Missionswerke aus.

In den derzeit 45 Ausbildungsstätten im deutschsprachigen Raum gibt es in 2019/2020 insgesamt 4.542 Vollzeit-Seminaristen. Weitere ca. 650 Studierende absolvierten ein Aufbau- oder Fernstudium. Die Zahl der Studenten an evangelikal geprägten theologischen Ausbildungsstätten Deutschland, Österreich und der Schweiz ist in den letzten Jahren ständig gestiegen.

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Die meisten der evangelikalen Bibelschulen sind in zwei Dachverbänden vereint:

1963 wurde die Konferenz Bibeltreuer Ausbildungsstätten (KBA) gegründet. In ihr sind 35 theologische Ausbildungsstätten organisiert und sie bekennen die „göttliche Inspiration und die Unfehlbarkeit der ganzen Heiligen Schrift“. Der Verein ist ein freier Zusammenschluss von Bibelschulen, Theologischen Seminaren und Hochschulen, hauptsächlich aus dem deutschsprachigen Raum. „Alle Beteiligten haben das Ziel, sich für eine bibeltreue Ausbildung von Mitarbeitern der Gemeinde Jesu Christi einzusetzen“, so lautet das Credo.

Die Konferenz Missionarischer Ausbildungsstätten (KMA) wurde 1971 gegründet. Zu ihr gehören derzeit 13 theologische Institutionen. Sie ist mit der Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste (AMD) verbunden. Dies ist ein Fachverband im Bundesverband Diakonie Deutschland. Die kirchliche Anerkennung der Ausbildung, die freie Trägerschaft und finanzielle Unabhängigkeit von den Landeskirchen sind Voraussetzungen für die Aufnahme in die KMA. Sie orientiert sich an biblisch-reformatorischer Theologie, dem Pietismus und dem Erbe der Bekennenden Kirche. Sie bereiten auf den hauptamtlichen Verkündigungsdienst vor. Die Ausbildungsstätten arbeiten innerkirchlich als freie Werke.

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Laut dem Vorsitzenden der Konferenz Bibeltreuer Ausbildungsstätten (KBA), Prof. Stephan Holthaus (Gießen), ist die Zahl freier Stellen für Theologie-Absolventen sehr groß. Es gebe viel mehr freie Stellen als Bewerber. Allerdings sinke die Bereitschaft, in den pastoralen Dienst zu gehen, wegen der wachsenden Belastung, denen auch Pfarrer ausgesetzt sind. Die Studentenzahlen wachsen vor allem in Studiengängen mit sozialpädagogischem Schwerpunkt.

Ein weiterer Grund ist, dass sehr viele Kombi-Studiengänge wie „Theologie und Soziale Arbeit“ angeboten werden, die wesentlich mehr Zuspruch erlangen als die reinen Theologie- Studiengänge. Dazu kommen weitere Ausbildungsmöglichkeiten zur berufsbegleitenden Weiterbildung von Mitarbeitern, sowohl haupt- als auch ehrenamtlich.

Die meist evangelisch oder freikirchlich orientierten Schulen bilden in der Regel Menschen auf dem zweiten Bildungsweg zu Missionaren, Predigern oder Gemeindeleitern fort.

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Der Rektor der Internationalen Hochschule Liebenzell, Prof. Volker Gäckle erklärte 2018 anlässlich der Absolvierungsfeier der Freien Theologischen Hochschule (FTH) Gießen, dass „Pastoren in der Begegnung mit anderen Menschen vor allem glaubwürdig sein müssen. Dazu gehöre ein konsequentes Leben mit Jesus Christus. Für Rechthaberei oder Sucht nach Erfolg gebe es keinen Platz im Alltag eines Pastors. Nötig seien dagegen ein offener Umgang mit Krisen und Anfechtungen sowie Demut. Sonst stünden Geistliche in der Gefahr, nur als „Schwätzer“ wahrgenommen zu werden.“ (idea Spektum 43/2018, S. 31)

In Deutschland gibt es 20.673 Pfarrer (7.612 Frauen, 13.061 Männer), davon sind 13.000  in einer Kirchengemeinde, 5.600 Theologen haben ein Funktionspfarramt (im Schuldienst, in der Krankenhaus- oder Gefängnisseelsorge). Rund 2.500 Theologen sind beurlaubt, freigestellt, zeitlich befristet tätig oder zum Dienst außerhalb ihrer Landeskirche abgeordnet.

Wohin gehen die Absolventen?

Prof. Stephan Holthaus (Rektor der Freien Theologischen Hochschule Gießen und Mitglied im Hauptvorstand der Deutschen Evangelischen Allianz.) beklagte:

“Kaum jemand studiert noch den klassischen Studiengang Theologie. Kombinationsstudiengänge boomen. Soziale Arbeit ist an den „frommen Hochschulen“ mittlerweile der Renner. Wir schlittern in eine Personalkrise. An den staatlichen Fakultäten stagniert die Zahl der Theologiestudenten mit dem Ziel „Pastor“ schon seit Jahren auf erschreckend niedrigem Niveau. Aber selbst an den jungen pietistisch-geprägten Hochschulen liegt die Zahl der neuen Studierenden der Theologie bei unter 10, bei den freikirchlichen Hochschulen sieht es kaum besser aus. Die Prognosen sind klar: Damit kann der zunehmende Bedarf an Pastoren und Mitarbeitern in christlichen Werken nie und nimmer gedeckt werden. Viele Theologiestudenten wollen heute nicht mehr in einer Gemeinde als Pastor tätig sein. Die Problematik ist aber noch dramatischer, als man denkt. Denn viele Theologiestudierende wollen nicht mehr in die Gemeinde. Das Image des Pastorenberufs hat stark gelitten. Durch die Bank kann man sagen: Von allen Absolventen der Theologie landen nur noch knapp die Hälfte in unseren Kirchen und Gemeinden. Die anderen studieren weiter, machen irgendwas anderes, denn die Möglichkeiten sind heute vielfältig. Der Pastorenberuf scheint zu anstrengend zu sein.“

Auch an den Universitäten strebten Theologiestudenten immer seltener den Pfarrerberuf an. Und bereits 2016 erkannte man, dass in den kommenden Jahren eine große Pensionierungswelle bevorsteht. Die Erwartungen der Kirchengemeinden und die Wünsche junger Menschen fallen immer weiter auseinander. Für junge Leute sind hohe Wochenarbeitszeiten, Arbeit an Wochenenden und Abenden sowie eine erwartete Präsenz „rund um die Uhr“ wenig attraktiv. Es  wachsen aber Studiengänge, die eine doppelte Qualifikation anbieten, etwa Theologie und Soziale Arbeit.

Der Rückgang liege nicht am Studium, so Gäckle (Rektor der IHL). „Das Berufsbild ist ein Problem geworden in den letzten Jahrzehnten.“ Die Anforderungen würden immer komplexer, die theologischen Positionen auch in Freikirchen und Landeskirchlichen Gemeinschaften breiter. Dazu komme teilweise eine vergleichsweise geringe Bezahlung und das durch die Missbrauchsskandale in der katholischen Kirche konfessionsübergreifend gesunkene Ansehen von Pastoren. (idea Spektrum 6/2019)

Auf einer Tagung Anfang 2019 wurde in Hofgeismar zum Thema „Zukunft des Pfarrberufs“ diskutiert. Die Fakten sind ernüchternd:

„• Heute ist ein Pfarrer für etwa 1.700 Mitglieder zuständig; in 40 Jahren wird er sich um 4.000 bis 5.000 kümmern müssen.

• Die Zahl der Pfarrer wird schneller sinken als die Zahl der Gemeinden. Beispiel Nordkirche: Die Zahl der Pfarrer wird von heute 1.700 auf 1.100 im Jahr 2030 zurückgehen; 900 Pfarrer gehen bis dahin in Rente, nur 300 kommen neu hinzu.

• Die durchschnittliche Arbeitszeit von Pfarrern liegt zwischen 54 und 65 Stunden pro Woche.

• Nur jeder zweite Pfarrer nimmt einen freien Wochentag.

• Die Arbeitszeit verdichtet sich – vor allem durch Verwaltungstätigkeiten und durch die Verringerung von Stellen.

• Pfarrer stehen unter ständiger Beobachtung, sie führen ein Leben „auf dem Präsentierteller“.

• Der Druck kommt von außen und von innen: Die Gemeinde erwartet vom Pfarrer, dass er Vorbild ist, dazu kommt der übertriebene Selbstanspruch von Pfarrern.

• Pfarrer ist kein Trendberuf mehr. Sprach man in den 1970er Jahren noch von einer „Pfarrerschwemme“, steuert die Kirche heute auf einen Pfarrermangel zu.

• Die Zahl der Theologiestudenten ist drastisch gesunken: 1982 gab es noch 26.000 Studenten der evangelischen Theologie; derzeit sind es etwa 2.400.

• Zugleich nimmt das Interesse von Theologiestudenten am Pfarramt ab. Nicht wenige werden lieber Religionslehrer oder wenden sich einer anderen beruflichen Tätigkeit zu.

Die Folge: Im Jahr 2030 wird etwa ein Drittel der Pfarrer fehlen, die zur Besetzung vorhandener Stellen nötig wären.“ (ideaSpektrum 13/2019, S. 16)

Der Pastorenberuf birgt mehr denn je die „Burn-out-Gefahr“. Heute sind bereits 13 Prozent der Pastoren Burn-out gefärdet. Deshalb möchten viele Absolventen diesen Beruf nicht oder nur zeitlich begrenzt ausüben.

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Der Beruf des Pastors hat ebnso an Sozialprestige verloren. Menschen sehnen sich nach Anerkennung für ihre Arbeit und schauen bei der Berufswahl unter anderem auch auf die Bezahlung. Dieser Beruf ist im Gehalt nicht annähernd konkurrenzfähig: Ein staatlich anerkannter Sozialarbeiter verdient in der Diakonie oder bei einem vergleichbaren säkularen Arbeitgeber zwischen 500 und 1.000 Euro mehr als ein Pastor in einem Gemeinschaftsverband (nicht bei Pfarrern in den Landeskirchen!). Bei diesen Unterschieden gehen viele in einen sozialen Dienst, zumal sie auch da „Wort und Tat“ möglicherweise besser verbinden können als in einem Pastorat.

Die neue Studentengeneration fordert viel stärker Respekt und Mitentscheidungsrechte ein. Sie prüfen intensiver, bevor sie sich für ein Studium entscheiden, sind aber auch konsequenter, wenn sie merken, dass dieses Studium doch anders ist, als erwartet. Sie zögern nicht, das Studium dann auch abzubrechen. Die Generation, die zwischen 1980 und 2000 geboren ist, achtet stark auf eine gesunde Work-Life-Balance, also den Ausgleich von Arbeit und Freizeit. Der Pastor, der sich für seine Arbeit aufopfert und für nichts anderes mehr Zeit und Interesse hat, ist für diese Generation kein Vorbild mehr. Angemessene Arbeitszeiten und Freiräumen für die Familie sind für sie ebenso wichtig. Die eigenen Kinder möchte man zusammen mit dem Partner erziehen – was im pastoralen Dienst zeitlich meist schwierig ist. Hinzu kommt, dass manche Gemeinden sehr hohe Ansprüche an Pastoren haben, aber nur wenig Fehler tolerieren. Dann ist es möglich, dass ein junger Pastor bereits nach wenigen „Ausrutschern“ als ungeeignet und nicht mehr tragbar gilt.

Als Fehler gelten neben nicht jederzeit erreichbar zu sein, auch schon mal schlechte Predigten. Ein Pastor sollte die Fähigkeit besitzen, Predigttexte theologisch korrekt, lebensnah und anschaulich auszulegen. Das sind Fähigkeiten und Fertigkeiten, die ein Pastor kurzfristig lernen sollte. Deshalb brauchen junge Pastoren Zeit und Weiterbildungsmöglichkeiten über das Theologiestudium hinaus. Die heutigen Absolventen sind in aller Regel viel jünger als früher und damit fehlt ihnen oft Reife und Lebenserfahrung. Ältere haben es da auf Grund ihrer Erfahrungen etwas einfacher.

Ulrich Neuenhausen, erster Vorsitzende der Konferenz Bibeltreuer Ausbildungsstätten und Leiter des Forums Wiedenest (Bergneustadt) sagte bereits 2016, dass sich auch das Verständnis von bibeltreuer Theologie verändert hat. Für die jungen Studierenden sei „immer unklarer, was Bibeltreue eigentlich bedeutet“. Die Übereinstimmung in Glaubensfragen werde geringer. Viele Studenten seien unsicher darüber, wie man die Bibel richtig versteht und was gültig sei.

Auch der Direktor des Marburger Bildungs- und Studienzentrums, Klaus Meiß, bestätigte 2018 erneut, dass die Kirchengemeinden intensiv nach Theologen suchen. Viele Stellen für Pastoren und Gemeindepädagogen blieben vakant. Eine zunehmende Zahl von Absolventen beginne keinen theologischen Dienst, sondern wende sich anderen Tätigkeiten zu. Zudem steigen Theologen nach wenigen Jahren Dienst als Pastor oder Jugendreferent wieder aus. Manchen fehle es an einer klaren Berufung. Denn bereits als Aufnahmevoraussetzungen sind die „4 B’s“ unerlässlich: „Bekehrung, Berufung, Begabung und Bewährung.“

An den theologischen Ausbildungsstätten orientiert man deshalb auf mehr Praxisbezug. Gefragt sind vor allem Angebote zu Organisation, Führung und Leitung. Von den Absolventen wird erwartet, dass sie neben Predigt und Seelsorge auch Kenntnisse in Mitarbeiterförderung und Coaching haben und Organisationskompetenz zeigten. Die Ausbildungsstätten bieten zunehmend sogenannte Mentoring- und Coachingprogramme an. Einen Boom erleben Kurzzeit-Schulen, die jungen Menschen viel Begleitung und Beratung bieten.

Für viele Studenten ist heute ein Studiengang umso attraktiver, je breiter er angelegt ist, so dass man sich erst später entscheiden kann, welchen beruflichen Weg man einschlägt. Der Studiengang Soziale Arbeit hat zudem den Vorteil, dass es dafür sehr viele Beschäftigungsmöglichkeiten gibt – von der Flüchtlingshilfe bis zur Drogenrehabilitation, vom Sozialamt bis zur christlichen Jugendarbeit.

Veränderung der Konzepte

Viele der Schulen haben in den letzten Jahren ihr Ausbildungskonzept geändert, um einerseits mehr junge Leute für diese Ausbildung zu gewinnen, andererseits verlieren sie diese für die rein theologische Ausbildung.

  • 2019 wurde die Bibelschule Siloah neu gegründet, die auch der KBA angehört. Sie gehört zum Missionswerk der evangelisch-lutherischen Brüdergemeinden und bietet in Grebenhain (Vogelsberg) eine dreijährige theologische Ausbildung an.
  • Das Bibelseminar Bonn hat ein Institut für Theologie und Musik gegründet.
  • Das European Nazarene College (Linsengericht/Main-Kinzig-Kreis) bietet ab 2019 das Programm „Pastorale Berufsausbildung“ an.
  • 2018 startet die CVJM-Hochschule einen berufsbegleitenden Masterstudiengang „Transformationsstudien: Öffentliche Theologie und Soziale Arbeit“.
  • Das Marburger Bildungs- und Studienzentrum bietet in Kooperation mit dem Europäischen Institut für Migration, Integration und Islamthemen erstmals eine zertifizierte Fortbildung zum Integrationsbegleiter an.
  • Die Akademie für Weltmission (Korntal) ist als Weiterbildungsinstitution zertifiziert worden. Damit können dort abgelegte Weiterbildungen als Bildungsurlaub absolviert werden. Im Angebot sind Weiterbildungen in Führung, Personalführung, Organisationsentwicklung, Konfliktmoderation sowie zum Integrationsbegleiter.
  • Das Theologische Seminar Adelshofen (Eppingen) ist jetzt staatlich anerkannt und bietet zwei neue Bildungsgänge: ein einjähriges Berufskolleg für Gemeindepädagogik und eine dreijährige Fachschule für Gemeindepädagogik und Mission.
  • 2017 hat ein Theologisches Studienzentrum Berlin seine Arbeit aufgenommen. Das bisherige Gnadauer Theologische Seminar Falkenberg beginnt damit einen Neustart. Das Zentrum bietet einen achtsemestrigen Bachelor-Studiengang mit missionarischer Ausrichtung an. Dieser soll junge Leute für die Erneuerung und Neugründung von Gemeinden und innovativen missionarisch-diakonischen Projekten qualifizieren. (Das Gnadauer Theologische Seminar Falkenberg hatte seinen Studienbetrieb in Uchtenhagen (bei Berlin) eingestellt, weil die Zahl der Studienbewerber und die finanzielle Unterstützung in den vergangenen Jahren zurückgegangen waren. Der neue Studiengang soll in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Hochschule Tabor in Marburg angeboten werden.)
  • Die Theologische Hochschule Ewersbach (Mittelhessen) der Freien evangelischen Gemeinden bietet in Zusammenarbeit mit der benachbarten Allianz-Mission ein drei-bis fünfjähriges Training „Mission Track“ mit den Schwerpunkten Missionswissenschaft und Interkulturelle Theologie an.
  • Die Theologische Hochschule Reutlingen der Evangelisch-methodistischen Kirche startete 2017 den berufsbegleitenden Master-Studiengang „Christliche Spiritualität im Kontext verschiedener Religionen und Kulturen“.
  • Die (baptistische) Theologische Hochschule Elstal (Brandenburg) bietet parallel zum Bachelorstudium die Zusatzqualifikation „Kinder- und JugendreferentIn“ an.
  • Die Lutherische Theologische Hochschule Oberursel der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche ist Mitglied im Evangelisch-Theologischen Fakultätentag. Anders als bei den übrigen freikirchlichen Ausbildungsstätten ist das Studium voll kompatibel mit dem an universitären Fakultäten.
  • Am Theologischen Seminar St. Chrischona (Bettingen bei Basel) können Studenten ab 2017 auch per Fernstudium einen anerkannten theologischen Bachelor-Abschluss erwerben.
  • Das Bibelseminar Bonn bietet ein zweijähriges theologisches Aufbaustudium mit dem Schwerpunkt Missiologie an.
  • Am Theologischen Seminar Adelshofen können Studenten künftig wählen, ob sie 4, 6 oder 12 Monate die Bibel studieren. Daneben gibt es ein zwei- und ein vierjähriges Programm.
  • In der Werkstatt für Gemeindeaufbau (Ditzingen) hat 2017 ein „Duales Studium“ begonnen, das Studium und Ausbildung in einer Gemeinde verzahnt.
  • Das Diakonissenmutterhaus Aidlingen strukturiert sein Angebot unter dem Namen „12/70 Die Aidlinger Bibelschule“ um: Das 12er-Training ist ein einjähriges Programm in Aidlingen für 12 junge Frauen ab 18 Jahren; das 70er-Training bietet für 70 Personen ein flexibles Bibelschulangebot an vier Wochenenden im Jahr.
  • Die Akademie für christliche Führungskräfte bietet einen Studiengang in Christian Development Studies mit Master-Abschluss an. Der Studiengang kann zum großen Teil online absolviert werden.
  • Das Theologische Seminar St. Chrischona (Bettingen bei Basel) bietet ab 2016 die Bachelor-Studiengänge Kommunikative Theologie, Theologie & Pädagogik sowie Theologie & Musik an.
  • An der Evangelischen Hochschule Tabor (Marburg) können Studierende ab dem Schuljahr 2017/2018 Erlebnispädagoge werden. Bereits seit 2016 ist der neue Bachelor-Studiengang „Praktische Theologie und Soziale Arbeit“ gestartet.
  • An der Internationalen Hochschule Liebenzell kann ab 2016 den neuen Master-Studiengang „Integrative Beratung“ studieren. Auf der Grundlage des biblischen Menschenbildes werden dort Studierende für die Paar-, Familien-, Lebens- und Konfliktberatung ausgebildet. Die Internationale Hochschule Liebenzell hat seit 1. Februar 2019 ihren ersten Professor für Erziehungswissenschaft berufen.
  • Das Bibelseminar Bonn bietet ab 2016 eine Persische Bibelschule für Farsi sprechende Flüchtlinge an. Daran nehmen derzeit 15 Schüler teil.
  • Die Bibelschule Kirchberg bietet in Zusammenarbeit mit dem Missionswerk DMG interpersonal die Kurzbibelschule „TheoGo“ ab 2016 an. Dazu gehört ein missionarischer Kurzeinsatz.
  • Die Heilsarmee im deutschsprachigen Europa hat ihre Offiziersausbildung überarbeitet. Sie findet nun per Fernstudium am Theologischen Seminar St. Chrischona statt.

Diese Ausbildungsstätten sind vor allem für „Evangelisten“ gedacht. „Lebens-, Glauben und Studiengemeinschaft gehören dabei zusammen. […] Die KMA-Ausbildungsstätten haben ein klares biblisch-theologisches und praxisorentiertes Profil. […] Wir brauchen missionarisch mobile Hauptamtliche.“ (Burkhard Weber, Direktor der Evangelistenschule Johanneum)

Weitere Kurz- und Fernbibelschulen

Die Fernbibelschulen erfreuen sich großer Beliebtheit, auch wenn die Studentenzahlen derzeit wieder rückläufig sind.

2005/06 waren es etwa 625, die ein Aufbau- oder Fernstudium absolvierten.

Zwischen 2010 und 2011 war ein enormer Anstieg zu verzeichnen. 2011 gab es 1.350 Studenten in Aufbau- oder Fernkursen (2010: 1.163).

Derzeit sind es schätzungsweise (genaue aktuelle Zahlen ließen sich wegen der Unterschiedlichkeit der Programme und Angebote nicht ermitteln) wieder um die 650 Studenten, die diese Möglichkeit nutzen.

Staatlich anerkannte Hoch- und Fachhochschulen

  • Lutherische Theologische Hochschule Oberursel (SELK) bei Frankfurt am Main (seit 1955 anerkannt)
  • Theologische Hochschule Friedensau bei Magdeburg (adventistisch, seit 1990)
  • CVJM Hochschule Kassel (seit 2008)
  • Freie Theologische Hochschule Gießen (seit 2008)
  • Evangelische Hochschule Tabor (Marburg, seit 2009)
  • Theologisches Seminar Elstal bei Berlin (FH) des Bundes Evangelisch-Freikirchl. Gemeinden (seit 2003)
  • Theologische Hochschule Reutlingen (methodistisch, seit 2005)
  • Theologische Seminar Ewersbach der Freien evangelischen Gemeinden (seit 2010 )
  • Staatsunabhängige Theologische Hochschule (STH) Basel

(SFE)