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Bremen: Religionszugehörigkeiten 1871 - 2018

Die Entwicklung der Religionszugehörigkeiten in Bremen folgt dem Trend der meisten der früher überwiegend von evangelischen Kirchenmitgliedern bewohnten Großstädte in Deutschland. Anfang des 20. Jahrhunderts noch die absolut dominierende und damit beherrschende Kirche (von über 90 Prozent Anteile) beläuft sich dieser Anteil mittlerweile auf ein Drittel (33,2 Prozent).

Aktualisierung 15.10.2019: Dieser Beitrag wird derzeit überarbeitet, da genauere Datenquellen zugänglich geworden sind.

Für eine Übersicht der Religionszugehörigkeiten in Bremen gibt es zwei Quellen. Zum einen die 13 Volkszählungen seit 1871 bis zum Zensus 2011, zum anderen die Daten der evangelischen und der katholischen Kirche, jährlich seit 1970. Die Daten der Volkszählungen beziehen sich auf das Land Bremen im jeweiligen Gebietsstand, die Daten der evangelischen Kirche auf die Stadt Bremen, die katholischen Zahlen wiederum auf das Land Bremen. Insofern sind die Bezugsgrößen unterschiedlich (um bis zu drei Prozentpunkte), aber die Tendenz bleibt die Gleiche.

Die evangelischen Lutheraner dominierten die Stadt, 1871 mit 97 Prozent und bis 1970 mit mehr als 80 Prozent. Bis 1980 bleibt der Anteil der beiden großen christlichen Kirchen zusammen über 80 Prozent und ist damit deutlich höher als in Hamburg.

Allerdings sinkt der Anteil der Evangelischen seit 1871 kontinuierlich, erst langsam, dann ab 1970 schneller. Jahresende 2018 beläuft sich der Anteil der Evangelischen in der Stadt Bremen auf ein Drittel (33,2 Prozent).

In dieser Entwicklung sind drei Jahre besonders zu benennen: 1975, das Jahr in dem die Anteils-Verringerungen beginnen stärker zu werden, 2009, als die „Anderen“ einen größeren Anteil bekommen als die Evangelischen und 2016, in dem die Mitglieder der beiden großen christlichen Kirchen nicht mehr die religiöse Mehrheit in Bremen bilden.

Dieser Trend wird sich voraussichtlich weiter fortsetzen. In den Daten des Zensus 2011 zeigt sich der hohe Anteil von 65-Jahre-und-älteren-Evangelischen.

Bis zum Jahr 2030 wird die evangelische Kirche in Bremen – bezogen auf den Zensus 2011 - voraussichtlich rund 30 Prozent ihrer Mitglieder verlieren (die 65-Jahre-und-Älteren), während die „Anderen“ nur mit 13 Prozent Verringerung zu rechnen haben. Zudem werden in den jüngeren Altersgruppen mehr „Andere“ heranwachsen als Evangelische oder Katholiken.

Die Anzahl der Muslime, die in Bremen als Teilgruppe der „Anderen“ leben, ist nicht bekannt. Sie wird auf ca. 40.000 (= 6 Prozent) bis 10 Prozent geschätzt. Das würde bedeuten, dass es in Bremen rund 40 - 45 Prozent Konfessionsfreie gibt sowie 6 - 10 Prozent Muslime und rund 5 Prozent weitere nicht-christliche Religionsangehörige.

Auch die Entwicklung der Kirchenaustritte verweist auf eine Verstetigung der Verringerung der Kirchenmitglieder. Nach den hohen Zahlen der Kirchenaustritte zu Beginn der 1970er Jahre waren die Kirchenaustritte bis 2005 zurückgegangen, steigen jedoch seit 2012 wieder an.

(CF)