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Evangelische Hilfswerke in Deutschland

Das eigentliche Evangelische Hilfswerk entstand nach dem 2. Weltkrieg, um den zahlreichen Flüchtlingen und Vertriebenen, die nach Deutschland kamen, zu helfen. Sie verteilten die ausländischen Hilfsgüter und kümmerten sich besonders um Jugendliche und Kinder. Im Laufe der Jahre entwickelten sich daraus mehrere Hilfswerke mit speziellen Projekten und Aktionen, die jedoch eines gemeinsam haben: Hilfe zur Selbsthilfe und Linderung größter Notstände.

Dass diese evangelischen Hilfswerke nach dem II. Weltkrieg auch dafür genutzt wurden, um verurteilte Nazi-Verbrechern in Freiheit zu bringen und zur Flucht zu verhelfen, sei der historischen Vollständigkeit nicht verschwiegen. ("Vergebung ohne Reue".)

Das Evangelische Hilfswerk wurde Ende August 1945 auf der Kirchenführerkonferenz von Treysa gegründet. Nach dem 2. Weltkrieg kamen Tausende von Flüchtlingen und Vertriebenen nach Deutschland, für die es galt Notaufnahmelager zu errichten. In den ersten Nachkriegsjahren bis 1949 arbeiteten etwa 55.000 Menschen, davon 5.000 hauptamtlich, für das Hilfswerk. Für die Organisation der Verteilung von Auslandsspenden war es ein wichtiger Partner. Das Hilfswerk bemühte sich besonders um Jugendliche mit Kinder- und Schulspeisungen sowie Jugendlagern und -kuren. Es gab einen Suchdienst, der Familienzusammenführungen ermöglichen sollte. Es wurden zunächst 43 Notkirchen, in der Folge dann weitere kleinere Kirchbauten, wie z. B. Gemeindezentren, Diasporakapellen und Häuser der Kirche errichtet.

Auch für Internierte setzte sich das Evangelische Hilfswerk ein, indem es Prozesskostenhilfe für die Angeklagten ermöglichte. Viele ehemalige Internierte wurden dann selbst im Hilfswerk aktiv. 1957 wurden Innere Mission und Evangelisches Hilfswerk in einem Werk „Innere Mission und Hilfswerk” vereinigt, das 1975 im Diakonischen Werk der EKD aufging.

Kirchliche Hilfswerke geraten immer wieder in die Situation, dass gefragt wird, ob sie ihre Verbindungen und Positionen für Missionierungen ausnutzen, was in der Vergangenheit durchaus nicht von der Hand zu weisen ist. Es ist für die kirchlichen Organisationen schwierig, zwischen ihrem Glaubensauftrag der Verkündigung und der reinen Hilfeleistung für Notleidende eine klare Trennung zu vollziehen. Aus diesem Grunde haben die christlichen Kirchen (Päpstliche Rat für den Interreligiösen Dialog, der Ökumenische Rat der Kirchen -ÖRK- und die Weltweite Evangelische Allianz -WEA) nach fünfjähriger Verhandlung im Juni 2011einen konfessionsübergreifenden Verhaltenskodex über den Umgang mit Mission verabschiedet. Und auch wenn dadurch versucht wurde, christlich motivierte humanitäre Hilfe von Missionierung abzugrenzen, müssen sich die Kirchen einfach aus der historischen Erfahrung heraus gefallen lassen, dahingehend immer wieder überprüft zu werden. Denn auch in dem neuen Kodex "Das christliche Zeugnis in einer multireligiösen Welt“, steht in der Präambel: "Mission gehört zutiefst zum Wesen der Kirche. Darum ist es für jeden Christen und jede Christin unverzichtbar, Gottes Wort zu verkünden und seinen/ihren Glauben in der Welt zu bezeugen. Es ist jedoch wichtig, dass dies im Einklang mit den Prinzipien des Evangeliums geschieht, in uneingeschränktem Respekt vor und Liebe zu allen Menschen." Die nachfolgenden Empfehlungen versuchen zwar abzugrenzen, lassen aber dennoch viel Spielraum für Missionierung, besonders mittelbare. Ein Beispiel dafür ist die Unterstützung von "Brot für die Welt" für die chinesische Amity-Foundation. Diese hat wiederum bereits 1988 ein Joint Venture mit den United Bible Societies abgeschlossen. Daraus entstand die Amity Printing Company (APC) in Nanjing. Das Unternehmen wurde  mit einer Missionsaufgabe und der Priorität gegründet, die christliche Kirche in China zu unterstützen. Inzwischen ist die APC der größte Bibel-Produzent weltweit und exportiert derzeit international in über 100 Länder Bibeln. Brot für die Welt taucht jedoch dort nicht mehr unter den Partnern auf.

Brot für die Welt

Brot für die Welt (BfdW) ist ein Hilfswerk der evangelischen Landeskirchen und Freikirchen in Deutschland. Die Stiftung leistet Hilfe zur Selbsthilfe für die Arbeit von kirchlichen, kirchennahen und säkularen Partnerorganisationen. Mehr als 1.300 Projekte in Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa werden unterstützt. Vor allem geht es um Ernährungssicherung, Bildung, Gesundheit, Menschenrechte, die Gleichstellung von Mann und Frau und natürlich das christliche Ziel, die Bewahrung der Schöpfung.

Brot für die Welt Mittelverwendung

Es gibt neben der finanziellen Hilfe für die Projekte, auch personelle Unterstützung der Partnerorganisationen durch Entwicklungshelfer und Freiwillige sowie die Vergabe von Stipendien. „Brot für die Welt” versucht durch Lobby-, Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit auch hier im eigenen Land und Europa auf politische Entscheidungen einzuwirken. Es soll ein Bewusstsein für die Notwendigkeit einer nachhaltigen Lebens- und Wirtschaftsweise geschaffen werden. Zu dem Werk „Brot für die Welt” gehört auch die „Diakonie Katastrophenhilfe”, die humanitäre Soforthilfe in akuten Krisen leistet.

Anlass für die evangelischen Kirchen in Berlin für die erste Spendenaktion „Brot für die Welt” war eine Hungersnot in Indien 1959. Daraufhin wurden im ersten Aktionsjahr 13 Projektanträge aus mehr als zehn Ländern auf drei Kontinenten zur Bewilligung vorgeschlagen. Der Schwerpunkt der Arbeit lag zu dieser Zeit in Indien, wo drei Projekte zur Kinderspeisung und zur landwirtschaftlichen Entwicklung gefördert wurden. Die Aktion wurde im Advent 1960 wiederholt und schließlich zu einer dauerhaften Einrichtung unter dem Dach des Diakonischen Werks.

Brot für die Welt Projekte

Insgesamt standen der Entwicklungsarbeit von Brot für die Welt 2015 über 255 Mio. Euro zur Verfügung. 553 neue Projekte mit insgesamt 202 Millionen Euro wurden 2015 weltweit bewilligt. Regionale Schwerpunkte waren Afrika sowie Asien und Pazifik. Das weltweit tätige Entwicklungswerk der evangelischen Kirchen in Deutschland ist in mehr als 90 Ländern aktiv. Mit lokalen Partnern wird versucht, den armen und ausgegrenzten Menschen zu helfen, aus eigener Kraft ihre Lebenssituation zu verbessern.

Brot für die Welt Afrika

183 Projekte in Afrika (Afrika leidet nach wie vor unter gewalttätigen Konflikten und weit verbreiteter Armut, bei großem Reichtum an Bodenschätzen, natürlichen Ressourcen und Menschen, die es besser machen können.)

Brot für die Welt Asien

174 Projekte wurden in Asien und im Pazifikraum begleitet. Nahezu über ein Drittel des Erdumfangs erstreckt sich der asiatische Kontinent, vom Nahen Osten bis zum Pazifik. In den Ländern Asiens leben 4,37 Milliarden Menschen (fast 60 Prozent der Weltbevölkerung), dazu kommen die Menschen der Regionen in Australien, Ozeanien und im Westpazifik. Zwischen diesen Ländern gibt es enorme Unterschiede.

Brot für die Welt Lateinamerika

96 Projekte wurden 2015 in Lateinamerika finanziert. In Lateinamerika ist die extrem ungleiche Verteilung des Reichtums eines der größten Probleme. Auch die Demokratisierung vieler Länder hat daran nichts geändert, weil sie oft nur formal war.

Brot für die Welt Europa

In Europa gab es 7 Projekte, bei denen sich die Projektarbeit  auf Ost- und Südosteuropa konzentriert. Hier sind die vorrangigen Probleme durch korrupte Verwaltungen, schwache Regierungen, hohe Arbeitslosigkeit und mangelhafte Infrastruktur gekennzeichnet.

Insgesamt bestehen zusätzlich 93 weltweite Projekte, da Unter- und Mangelernährung, Ungleichheit und die Folgen des Klimawandels nicht nur auf regionaler Ebene zu bekämpfen sind. „Brot für die Welt” vernetzen sich deshalb international mit Kirchen und zivilgesellschaftlichen Organisationen, um sich an der Lösung der globalen Herausforderungen zu beteiligen.

Die drei wichtigsten finanziellen Säulen von „Brot für die Welt” 2015 waren:

  • staatliche Mittel des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (126 Mio. Euro)
  • Spenden und Kollekten (57,5 Mio. Euro)
  • Mittel des kirchlichen Entwicklungsdienstes (52,5 Mio. Euro)

Brot für die Welt Mittelherkunft
Brot für die Welt Spendenentwicklung

„Brot für die Welt” wird von einem hauptamtlichen Vorstand geleitet. Seine Mitglieder werden vom Aufsichtsrat für eine Amtsdauer von 6 Jahren berufen.

Folgende Gremien bestimmen die Arbeit von Brot für die Welt:

  • Konferenz Diakonie und Entwicklung, als höchstes Beschlussgremium des Evangelischen Werkes für Diakonie und Entwicklung.
  • Aufsichtsrat des Evangelischen Werks für Diakonie und Entwicklung überwacht die Umsetzung der Beschlüsse der Konferenz Diakonie und Entwicklung. Er ist zuständig für die Berufung der Vorstände und überwacht bzw. begleitet deren Arbeit.
  • Ausschuss Entwicklungsdienst und humanitäre Hilfe berät die Leitung des Werkes Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst bei entwicklungspolitischen, förderpolitischen, kommunikativen, Fundraising- und bildungsbezogenen Grundsatzfragen.

Diakonie Katastrophenhilfe

Die Diakonie Katastrophenhilfe ist gemeinsam mit ihrer Schwesterorganisation „Brot für die Welt” Teil des Evangelischen Werkes für Diakonie und Entwicklung in Berlin. Sie ist das humanitäre Hilfswerk der Evangelischen Kirchen und unterstützt seit 1954 Menschen, die Opfer von Naturkatastrophen, Krieg und Vertreibung geworden sind. Die Organisation orientiert sich am christlichen Menschenbild und leistet bedingungslos humanitäre Nothilfe, unabhängig von Religion, Hautfarbe und Nationalität. Während sie anfangs in Deutschland Hilfe leistete, konnte sie ab Mitte der 1950er Jahre auch selbst internationale Hilfe leisten.

Mit der Gründung der Ökumenischen Diakonie 1954 innerhalb des Hilfswerks konnten die Aufgaben der Katastrophenhilfe für das Ausland in eine festes Gefüge gebracht werden. Nach dem niedergeschlagene Aufstand in Ungarn zwei Jahre später wurden für die Vielzahl der Flüchtlinge Spenden in Millionenhöhe gesammelt. Danach entwickelte sich die Not- und Katastrophenhilfe zu einem festen Bestandteil des Diakonischen Werks.

Diakonie Katastrophenhilfe

1951 gab das Hilfswerk eine erste Spende an den Ökumenischen Rat der Kirchen in Genf. 1953 kam eine größere Hilfsaktion für die Opfer der Flutkatastrophe in Holland zustande. Die Diakonie Katastrophenhilfe, wie sie seit den 1990er Jahren heißt, verpflichtete sich von Beginn an zu ethischen Grundprinzipien: „Der Mensch in Not steht im Mittelpunkt, unabhängig von Nationalität, Rasse oder Glaube“. Aber auch bei politischen Konflikten setzt sich die Diakonie Katastrophenhilfe ein. Sie setzten sich in den 1960er Jahren sowohl in Nord- als auch in Südvietnam ein und ernteten damals viel Kritik. 1968 wurde in Biafra (Nigeria), wo der Genozid annähernd 14 Millionen Menschen bedrohte, eine Luftbrücke eingerichtet, um die Krisenregion mit Nahrungsmitteln zu versorgen und kranke Kinder zu evakuieren. Auch im Irak und in Afghanistan wurden in den letzten Jahren umfangreiche Hilfsprogramme durchgeführt. Doch auch notleidende Länder abseits des Medieninteresses, wie Kolumbien, die Demokratische Republik Kongo, Somalia, der Tschad oder Sudan erhalten seit Jahre Hilfe.

Arbeitsschwerpunkte sind nach wie vor in Afrika, wo Not und politische Instabilität seit den 1970er Jahren fortbestehen. Neue Dimensionen der humanitären Hilfe erforderten die Hungerkatastrophen in Afrika in den 1980er Jahren, bei denen 150 Millionen Menschen vom Hungertod bedroht waren. In den 1990er Jahren wurde Europa wieder für Diakonie Katastrophenhilfe wichtig. 1988 nach einem Erdbeben in Armenien konnte sie als eine der wenigen Organisationen Katastrophenhilfe leisten. Die Not in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion und der Krieg in Jugoslawien machten langjährige Einsätze notwendig. Dabei war nachhaltige Hilfe durch Wiederaufbau von Häusern, Schulen und Krankenhäusern gefragt.

Diakonie Katastrophenhilfe projekte

Die Organisation unterstützt jedes Jahr rund 140 Hilfsprojekte weltweit und arbeitet mit kirchlichen, kirchennahen und säkularen Partnern zusammen, die die Menschen vor Ort kennen und die Hilfe den sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Umständen anpassen. Die Arbeit der Diakonie Katastrophenhilfe richtet sich streng nach dem Verhaltenskodex der humanitären Hilfe: Die Achtung der Menschenwürde ist ihr oberstes Gebot. Dabei achtet sie auf strikte Neutralität und Unabhängigkeit.

Diakonie Katastrophenhilfe Aufwandsarten

Der größte Teil der Mittel (88,3 Prozent) fließt in die Projektarbeit, vor allem in Entwicklungsländern. Weitere Mittel werden für Projektbegleitung (3,3 Prozent), Werbung (4,2 Prozent), Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit, Advocacy (1,8 Prozent) und Verwaltung (2,4 Prozent) aufgewendet.

Diakonie Katastrophenhilfe

Einen Teil der Projektgelder erhält die Diakonie Katastrophenhilfe aus öffentlichen Mitteln, etwa vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), vom Auswärtigen Amt und vom Amt für humanitäre Hilfe der Europäischen Kommission (ECHO). Die wichtigste Einnahmequelle sind auch im Jahr 2015 Spenden. So lagen die Gesamterträge mit 31,23 Millionen Euro.

Diakonie Katastrophenhilfe

Evangelisches Missionswerk in Deutschland

Das Evangelische Missionswerk in Deutschland (EMW) mit Geschäftsstelle in Hamburg wurde 1977 gegründet und ist ein Dachverband evangelischer Kirchen und Freikirchen, regionaler Missionswerke sowie missionarischer Verbände und Einrichtungen. Sie stehen für die ökumenische, missionarische und entwicklungsbezogene Zusammenarbeit mit Kirchen in Übersee und für ökumenische Bewusstseinsbildung in Deutschland. Die bereits 1964 in der DDR gegründete „Arbeitsgemeinschaft evangelischer Missionen“ schloss sich 1991 dem Evangelischen Missionswerk in Deutschland an. Die Wurzeln reichen jedoch weiter zurück und beginnen 1885 mit der Gründung des Deutschen Evangelischen Missionsbundes in Deutschland. Die nachfolgenden Institutionen „Missionsrat“ und „Missionstag“ waren die direkten Vorläufer des EMW.

Im Streit um das Missionsverständnis über grundsätzliche Aufgaben in der Missionspraxis, gab es Vorwürfe im Zusammenhang mit Kolonialismus, Imperialismus, der Zerstörung von Kulturen und grundsätzlicher Intoleranz. Etliche evangelikal orientierte Missionsgesellschaften, die zu einer Rückkehr zu einem biblisch orientierten Verständnis von Mission aufriefen, hatten bereits seit 1968 zu einer stärkeren Kooperation untereinander gefunden und gründeten 1969 eine eigene Arbeitsgemeinschaft Evangelikaler Missionen (AEM).

Mitglieder sind neben der Evangelischen Kirche zwölf evangelische Missionswerke, sechs missionarische Verbände sowie fünf Freikirchen.

  • Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden in Deutschland (AMG)
  • Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste (AMD)
  • Berliner Missionswerk (BMW)
  • Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden
  • CVJM-Gesamtverband in Deutschland e.V.
  • Deutsche Bibelgesellschaft
  • Deutsche Evangelische Missionshilfe (DEMH)
  • Deutsche Gesellschaft für Missionswissenschaft (DGMW)
  • Deutsches Institut für Ärztliche Mission (DIFÄM)
  • Evangelisch-altreformierte Kirche in Niedersachsen
  • Evangelisch-lutherisches Missionswerk in Niedersachsen (ELM)
  • Evangelisch-Lutherisches Missionswerk Leipzig e.V. (LMW)
  • Evangelisch-methodistische Kirche (EmK)
  • Evangelische Kirche in Deutschland (EKD)
  • Evangelische Mission in Solidarität e.V. (EMS)
  • Gossner Mission
  • Herrnhuter Missionshilfe e. V. (HMH)
  • Mission Eine Welt Centrum für Partnerschaft, Entwicklung und Mission der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern
  • Morgenländische Frauenmission
  • Norddeutsche Mission (NM)
  • Vereinte Evangelische Mission - Gemeinschaft von Kirchen in drei Erdteilen (VEM)
  • Zentrum für Mission und Ökumene – Nordkirche weltweit

Dienste in Übersee

Der Verein (ehemals Dienste in Übersee, Arbeitsgemeinschaft evangelischer Kirchen in Deutschland e. V.) hat seinen Sitz in Bonn und ist eine Tochtergesellschaft des Evangelischen Werkes für Diakonie und Entwicklung e.V. (EWDE). Es ist eine überkonfessionelle kirchliche Nichtregierungsorganisation, die die Entwicklungshilfeprojekte anderer kirchlicher Nichtregierungsorganisationen durch die Vermittlung von Fachkräften unterstützt.

Die Organisation wurde von „Brot für die Welt”, der Evangelische Kirche in Deutschland, der Evangelischen Freikirchen, des Lutherischer Weltdienstes, des Deutschen Ev. Missionsrates, der Evangelische Jugend- und Studentenarbeit und Evangelischen Akademien 1960 in Hamburg als „Arbeitsgemeinschaft für Dienste in Übersee evangelischer Kirchen in Deutschland“ gegründet. Der Gedanke der aktiven Mitarbeit am Friedensdienst sowie der Entkolonialisierung, Befreiung und Entwicklung unterdrückter Völker war Grundlage dieser Initiative. Eine weitere Quelle bildete die ökumenische Arbeit der Evangelischen Studentengemeinde mit der Einrichtung des Überseeregisters. Junge Akademiker wurden damit auf Aufgaben in Übersee aufmerksam gemacht.

Die Organisation hat keine eigenen Projekte, sondern die Fachkräfte werden auf ausdrückliche Anforderung der selbständigen Partner in Übersee vermittelt. 1961 wurden die ersten fünf Fachkräfte nach Übersee vermittelt, bereits 1962 waren es schon sieben Mal mehr. Die Schwerpunkte lagen auf Gesundheitsberufen, Handwerkern und technischem Personal. Die Vermittlungszahlen stiegen in den Folgejahren stetig. Vorwiegend wurden die Fachkräfte in Partnerländer vermittelt, die bereits traditionell Arbeitsgebiete von deutschen Missionswerken waren, wie Tansania oder Indonesien. 1963 gründeten Organisationen des personellen Entwicklungsdienstes und der Freiwilligenarbeit den „Arbeitskreis Lernen und Helfen in Übersee“, der an der Gründung des „Deutschen Entwicklungsdienstes” mitwirkte. Seit 1970 ist der Verein als Träger des Entwicklungsdienstes im Sinne des Entwicklungshelfergesetzes (EhfG) von 1969 staatlich anerkannt. Das Konzept von DÜ und seine Grundsätze führten 1975 zur aktiven Unterstützung einer entwicklungspolitischen Inlandsarbeit im Rahmen einer Kooperation mit dem Zentrum für Entwicklungsbezogene Bildung in Stuttgart. Seit 1977 werden darüber auch Projekte wie beispielsweise die Fachstelle Ferntourismus und Journalistenprogramme, sowie informelle Hilfestellungen für rückkehrende Fachkräfte zur Wiedereingliederung unterstützt.

1985 waren 190 Fachkräfte in Übersee tätig, davon die meisten im Bereich Bildung (84), Gesundheit (54) und Technik (33). Auch an Kirchen und Partnerorganisationen wird Fachpersonal entsendet, die sich gegen Unterdrückung und Diskriminierung wenden, um die Förderung religiöser und ethnischer Minderheiten bemühen und sich gegen die Verletzung von Menschenrechten einsetzen. Damit setzt Dienste in Übersee das Antirassismusprogramm des Weltrates der Kirchen fort. Die Organisation Christliche Fachkräfte International, die 1984 vorwiegend von Kreisen der Evangelischen Allianz gegründet wurde, wird als „ergänzender Personaldienst für evangelikal geprägte Kirchen und Hilfswerke in der ‚Dritten Welt’“ akzeptiert und durch Mittel der EZE gefördert. Dienste in Übersee selbst schloss mit Missionswerken und der Diakonie-Katastrophenhilfe eine Vereinbarung über Kooperationsprogramme.

1994 vermittelte DÜ auf Anfrage des Ökumenischen Rates der Kirchen Wahlbeobachter für die ersten freien Wahlen in Südafrika. Daraus entstand das DÜ-Programm zur Wahl- und Menschenrechtsbeobachtung. 1999 gehörte DÜ zu den Initiatoren eines Friedensfachdienstes und wurde zum Gründungsmitglied des Konsortiums „Ziviler Friedensdienst”. Das Konsortium vermittelt Fachkräfte nach den Grundsätzen des EhfG in Konfliktregionen dieser Welt. Diese sollen den Aufbau friedensfördernder Strukturen für langfristige Friedenssicherung unterstützen. Im Rahmen der Zusammenführung der Entwicklungszusammenarbeit der evangelischen Kirchen in Deutschland wurde DÜ 1999 in den Evangelischen Entwicklungsdienst (EED) integriert.

Als eigenständige Organisation hat DÜ bis einschließlich 1999 insgesamt 3985 Entwicklungsfachkräfte vermittelt und Personalvermittlungsprogramme im Inland und Personalförderprogramme im Ausland durchgeführt. Waren es zuerst Fachkräfte in Basisdiensten wie Ärzte, Krankenschwestern und Handwerker, die nach Übersee vermittelt wurden, so hat sich DÜ zu einem Personaldienst zur Vermittlung von Beratern und Trainern im Managementbereich von sozialen Diensten und Kultur in Übersee entfaltet.

Kirchlicher Entwicklungsdienst

1962 gründete die Evangelische Kirche die Evangelische Zentralstelle für Entwicklungshilfe. Damit ging sie auf das Angebot der Bundesregierung ein, den Kirchen öffentliche Mittel zur Förderung der Entwicklungsvorhaben ihrer Partner zur Verfügung zu stellen.

1968 kam es zu einer Aktion und einem Vorschlag auf der Synode der Evangelischen Kirchen, sich für die Interessen der Armen einzusetzen und mindestens zwei Prozent der Einnahmen aus Kirchensteuern für die Bekämpfung der Armut in der Welt bereitzustellen. Viele evangelische Landes- und auch Freikirchen beteiligten sich daran und gründeten daraufhin als gemeinsames Werk den Kirchlichen Entwicklungsdienst.

1970 wurde die „Arbeitsgemeinschaft Kirchlicher Entwicklungsdienst“ gegründet. In diesem Verbund arbeitete die Aktion „Brot für die Welt” des Diakonischen Werkes mit der Evangelischen Zentralstelle für Entwicklungshilfe, mit „Dienste in Übersee“, mit der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Weltmission (Vorgänger des Evangelischen Missionswerkes in Deutschland) und dem Kirchlichen Entwicklungsdienst der Evangelischen Kirche in Deutschland zusammen.

1986 bestätigte die EKD-Synode die Hilfe für die Armen als fundamentales Ziel für den kirchlichen Entwicklungsdienst. Sie setzte sich für eine Verstärkung der Bildungs- und Informationsarbeit über Entwicklungsfragen im Inland und eine Fortführung des Gedankenaustausches mit Regierung, Parteien und Verbänden ein. In den Jahren 1995 und 1996 befassten sich die EKD-Synoden erneut mit den Perspektiven der kirchlichen Entwicklungszusammenarbeit. Um die vorhandenen Mittel effektiv zu nutzen, wurden von den evangelischen Entwicklungsorganisationen Strukturreformen gefordert.

Im Jahr 1999 waren erste Ergebnisse der Bündelung der Kräfte in der Entwicklungszusammenarbeit zu sehen. Aus der Fusion der Evangelischen Zentralstelle für Entwicklungshilfe, des Kirchlichen Entwicklungsdienstes, von Dienste in Übersee und des Ökumenisch-Missionarischen Weltdienstes des EMW entstand der Evangelische Entwicklungsdienst. 2003 schloss sich ihm das Ökumenische Stipendienwerk an.

Evangelische Entwicklungsdienst

Der Evangelische Entwicklungsdienst e.V. (EED) war ein Entwicklungswerk der evangelischen Landes- und Freikirchen in Deutschland, der jährlich über 1.500 Projekte von kirchlichen und zivilgesellschaftlichen Partnerorganisationen finanziell oder durch die Vermittlung von Entwicklungsfachkräften unterstützte und Stipendien an Nachwuchskräfte aus Entwicklungsländern vergab.

Der Verein entstand 1999 aus der Fusion der kirchlichen Hilfswerke

  • Dienste in Übersee (DÜ)
  • Evangelische Zentralstelle für Entwicklungshilfe (EZE)
  • Kirchlicher Entwicklungsdienst (KED)
  • Ökumenisch-Missionarischer Weltdienst (EMW-ÖMW)
  • Ökumenische Stipendienwerk (ÖSW), 2003

Beim Evangelische Entwicklungsdienst ist das Motto „Hilfe zur Selbsthilfe” nach wie vor grundlegendes Motiv für alle Projekte. Katastrophenhilfe ist dabei nur ein Teil der Aktivität. Möglichst nachhaltig sollen Menschen darin unterstützt werden, ihre Lebenssituation vor Ort zu verbessern.

Viele Projekte helfen nicht nur der landwirtschaftlichen Entwicklung, sondern auch der Bildung, Gesundheit und Gerechtigkeit. Die Unterstützung erfolgt nicht nur mit finanziellen Mitteln, sondern auch durch fachkundige Beratung vor Ort in Zusammenarbeit mit vertrauenswürdigen Partnerorganisationen. Dabei werden die Projekte mit den Partnern gemeinsam geplant und die Ergebnisse entsprechend geprüft.

Der Evangelische Entwicklungsdienst arbeitet in Deutschland mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung zusammen, in dessen Auftrag viele Projekte vom EED in eigener Verantwortung durchgeführt werden.

Der Evangelische Entwicklungsdienst (EED), Brot für die Welt und die Diakonie Katastrophenhilfe haben im August 2012 den Grundstein für ein gemeinsames Domizil in Berlin gelegt.

Die Werke führen ihre Arbeit gemeinsam als „Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung" weiter. Soziale Dienste, Armutsbekämpfung und Entwicklungsdienst sollen damit enger miteinander verflochten werden. Wirksame Hilfen umfassen zum einen die Aufnahme von Flüchtlingen, effektive Asylverfahren oder den Wiederaufbau nach Katastrophen. Zum anderen geht es um den Kampf gegen die Armut in den Heimatländern der Menschen. Ziel des fusionierten Werks ist es, die inländische Sozialarbeit und die entwicklungspolitische Arbeit im Ausland stärker miteinander zu verknüpfen.

Das neue Gebäude in Berlin umfasst auf insgesamt 7 Stockwerken über 18.800 m² Nutzfläche und für 750 Mitarbeiter moderne Arbeitsplätze. Beim Bau des neuen Bürogebäudes wurde auf ein ökologisches Gesamtkonzept geachtet und es ist als Niedrigenergiehaus konzipiert.

Kindernothilfe

Die Kindernothilfe ist eines der größten christlichen Hilfswerke in Deutschland. Sie setzt sich seit 1959 für notleidende Kinder in 31 Ländern Asiens, Afrikas, Osteuropas und Lateinamerikas ein.

Von Duisburger Christen wurde der Verein als „Aktion Hungernde“ gegründet und sollte Notleidenden Kindern in Indien helfen. Bereits Anfang der 1960er Jahre stieg die Anzahl der Kinder von anfangs fünf auf 255 an. Dieser sprunghafte Anstieg führte 1961 zur Gründung des Vereins „Kindernothilfe“. In den folgenden Jahren weitete der Verein seine Arbeit auf Äthiopien, Indonesien und Brasilien aus. 1996 wurde die Kindernothilfe Österreich gegründet und drei Jahre später die Kindernothilfe-Stiftung gegründet. 2004 folgte die Kindernothilfe Schweiz, 2013 die Kindernothilfe Luxemburg. Heute fördert das Kinderrechtswerk weltweit rund 2 Millionen Kinder und ihre Familien mit nachhaltigen Entwicklungsprojekten und leistet humanitäre Hilfe über 783 Projekte.

Kindernothilfe

Mit unterschiedlichen Instrumenten, der Hilfe zur Selbsthilfe, Gemeinwesenentwicklung, humanitäre Hilfe, Sozialarbeit und Kampagnen- und Lobbyarbeit, arbeitet die Organisation, um die Verwirklichung der Kinderrechte voranzutreiben. Dazu arbeitet das Kinderhilfswerk mit lokalen Partnerorganisationen zusammen und orientiert sich vor allem an der UN-Kinderrechtskonvention. Die Inlandsarbeit besteht aus Aktionen für die Belange von Kindern und Jugendlichen in Entwicklungsländern. Der Verein will auf deutsche und internationale Entwicklungspolitiker einwirken, öffentlichkeitswirksame Aktionen und Pressearbeit leisten. Damit will die Kindernothilfe Einfluss auf politische Konzepte und Gesetzgebungen sowie auf die Finanzierung entwicklungspolitischer Vorhaben Einfluss nehmen. Ein weiterer Fokus liegt in der Betreuung der Spender, Paten und ehrenamtlichen Helfer sowie der Zusammenarbeit mit Medien. Seit 1999 wird dafür der Medienpreis „Kinderrechte in der Einen Welt“ an Journalisten, die sich in ihren Beiträgen mit den Themen Kinderrechte und Kinderrechtsverletzungen befassen, verliehen.

Kindernothilfe

Die Kindernothilfe setzt sich mit seinen Programmen für den Schutz von Kindern vor Missbrauch und Misshandlungen ein. Die dafür eingerichtete Kindesschutz-Policy soll alle Mitarbeitenden im In- und Ausland dafür sensibilisieren, Missbrauch und Misshandlung zu verhindern, Verdachtsfälle transparent zu machen und den Umgang mit Missbrauchs- und Misshandlungsfällen zu schulen. Zudem engagiert sich die Kindernothilfe in den internationalen Kindesschutz-Bündnissen Ecpat und Keeping Children Safe.

Das Ziel der Kindernothilfe ist die weltweite Umsetzung der Rechte von Kindern und Jugendlichen, damit ihnen ein würdevolles Leben ohne Armut, Gewalt und Missbrauch möglich ist. Sie unterstützt Kinder, die von folgenschweren Kinderrechtsverletzungen betroffen und bedroht sind: Straßenkinder, arbeitende Jungen und Mädchen, Aids-Waisen, sexuell missbrauchte und ausgebeutete Kinder und Kinder mit Behinderungen.

Kindernothilfe

Die Kindernothilfe ist ein eingetragener Verein, der dem Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland angeschlossen ist. Zu über 90 Prozent wird er durch rund 245.000 Spender getragen. Daneben bekommt der Verein auch einen Kirchensteuerzuschuss und Beiträge der Evangelischen Kirche im Rheinland und der Evangelischen Kirche von Westfalen. Von den Spendengeldern kommen 82 Prozent direkt den Patenkindern bzw. Projekten zugute. Die restlichen 18 Prozent werden für Werbungs- und Verwaltungsaufwand verwendet.

Für die Kindernothilfe besteht eine Stiftung, die die unmittelbare Programmarbeit der Kindernothilfe finanziert. Für eine bestimmte Zeit überlassen die Stifter dem Verein einen Teil ihres Vermögens. Die Zinserträge fließen in die von der Stiftung geförderten Projekte. Nach Kündigung des Darlehensvertrags erhalten die Stifter ihr Vermögen zurück. Das anvertraute Kapital wird langfristig angelegt. Das Stiftungskapital in Höhe von 15,8 Millionen Euro ist 2015 um etwas mehr als 1,3 Millionen Euro (9 Prozent) gewachsen und besteht aus drei Komponenten:

  • Grundstockvermögen in Höhe von 256 Tausend Euro.
  • dem Grundstockvermögen zufließende Zustiftungen in Höhe von insgesamt 5,3 Millionen Euro (Vorjahr: 5 Millionen Euro).
  • Zustiftungen zum Fondskapital von 79 personenbezogenen Stiftungsfonds (Vorjahr: 62) in Höhe von 6,5 Millionen Euro (Vorjahr: knapp 5,7 Millionen Euro) und fünf Themenfonds in Höhe von 3,7 Millionen Euro (Vorjahr: 3,5 Millionen Euro).

Kindernothilfe

Christoffel Blindenmission

Die CBM ist eine Organisation für Entwicklungszusammenarbeit. 1908 gründete Pastor Ernst Jakob Christoffel in Malatia/Türkei ein Heim für blinde und anders behinderte Kinder und Waisen. Fast 20 Jahre später folgte ein weiteres im Iran. In Nümbrecht wurde 1949 der Grundstein zu einem Heim für mehrfachversehrte Kriegsblinde gelegt, welches heute das Seniorenheim mit dem Namen Ernst-Christoffel-Haus ist. Der damalige Name „Christliche Blindenmission im Orient” wurde 1956 in „Christoffel-Blindenmission” geändert. Ab den 1960er Jahren entwickelte sich die CBM zu einer internationalen Organisation. Der ostdeutsche CBM-Freundeskreis besteht auch nach der Teilung Deutschlands bis 1988 fort. Ab 1967 wird die Projektarbeit auf Afrika, Asien und Lateinamerika ausgeweitet. 1975 entsteht in den USA ein eigenständiger CBM-Verein. Seit 1968 ist Bensheim der Sitz der CBM, der 2015 komplett barrierefrei erneuert wurde.

Christoffel Blindenmission

In Sachen Behinderungen und Inklusion hat die CBM große Kompetenz erworben. Die internationale Organisation „Christian Blind Mission e. V.“ hat Beraterstatus bei den Vereinten Nationen (UN) und ist von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Fachorganisation anerkannt.

Die CBM unterstützt:

  • Menschen mit Sehbehinderungen
  • Menschen mit Hörbehinderungen
  • Menschen mit Körperbehinderungen
  • Menschen mit geistigen Behinderungen
  • anders behinderte Menschen

Die elf CBM-Mitgliedsvereine in Australien, Deutschland, Großbritannien, Irland, Italien, Kanada, Kenia, Neuseeland, der Schweiz, Südafrika und den USA unterstützten die Partnerprojekte in Entwicklungsländern mit 66,7 Millionen Euro. Der deutsche Mitgliedsverein steuerte 36,1 Millionen Euro dazu bei. 38,9 Millionen Menschen in Entwicklungsländern erhielten umfassende Hilfe, auch gegen die vernachlässigten Tropenkrankheiten Flussblindheit und Trachom. Weitere 49,4 Millionen Menschen bekamen Hilfe in Bezug auf andere vernachlässigte Tropenkrankheiten (Elefantiasis, Bilharziose, anderer Wurmbefall).

Christoffel Blindenmission
Christoffel Blindenmission

Fast die Hälfte der Projektausgaben kam Menschen in Afrika zugute. Die CBM-Familie fördert über lokale Partner 650 Projekte in 63 Ländern in Afrika, Asien und Lateinamerika. Sie unterstützt Menschen mit Behinderungen vor allem durch:

  • medizinische Hilfe
  • Rehabilitation
  • Bildung
  • Prävention
  • Existenzsicherung
  • Katastrophenhilfe
  • anwaltschaftliche Arbeit

Christoffel Blindenmission

Hoffnung für Osteuropa

Fast überall in den Länder Ost- und Südosteuropas sind schwere Krisen. Viele Menschen wandern auf der Suche nach Arbeit, Sicherheit und einem würdigen Leben aus ihren Heimatländern aus.
Die Aktion „Hoffnung für Osteuropa” hilft evangelischen und ökumenischen Partnern in Ländern wie Serbien, Rumänien, Georgien, Belarus, Russland, Griechenland, Polen, Kosovo und der Slowakei. Mit dem Engagement wollen sie den Menschen helfen, unabhängig von ihrer Volks- oder Religionszugehörigkeit ein Leben in Würde führen zu können. Die Aktion „Hoffnung für Osteuropa” ist die gemeinsame Solidaritätsaktion von 14 Evangelischen Landeskirchen und ihren Diakonischen Werken mit Partnern in Mittel- und Osteuropa.

Gegründet wurde „Hoffnung für Osteuropa“ 1994 um mit den Partnern die soziale Situation in den ehemaligen Ostblockstaaten nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion zu verbessern. Träger war zunächst das diakonische Werk (DW) der evangelischen Kirche Deutschlands (EKD). Einige Freikirchen, das Gustav-Adolf-Werk und der Martin-Luther-Bund waren ebenfalls an der Aktion beteiligt. 2011 wurde das Hilfswerk neu strukturiert und auf die Ebene der Landeskirchen verlagert.

Das Diakonische Werk Württemberg übernahm nach der Neustrukturierung 2011 die Verantwortung für den Markenschutz der Aktion „Hoffnung für Osteuropa“. Neben den 14 Landeskirchen oder diakonischen Werken ist das Konvent der ehemaligen evangelischen Ostkirchen beteiligt. Die einzelnen Träger organisieren ihre Aktionen, Spendensammlungen und Projekte für „Hoffnung für Osteuropa“ eigenständig.

Aktuelle Träger der Aktion sind:

  • Diakonisches Werk Baden
  • Diakonisches Werk Bremen
  • Diakonisches Werk Kurhessen Waldeck
  • Diakonisches Werk Mitteldeutschland
  • Evangelische Kirche Rheinland
  • Diakonisches Werk Sachsen
  • Diakonisches Werk Württemberg
  • Konvent der ehem. ev. Ostkirchen
  • Diakonisches Werk Braunschweig
  • Ev. Kirche Hessen und Nassau
  • Lippische Landeskirche
  • Diakonisches Werk Pfalz
  • Diak. Werk Rheinl.-Westfalen-Lippe
  • Ev. Kirche Westfalen
  • Diakonisches Werk der Ev.-reformierten Kirche
  • Ev. Kirche und Diakonie Bayern

Die Aktion „Hoffnung für Osteuropa“ setzt sich nach eigenem Selbstverständnis für ein soziales und gerechtes Europa ein. Durch Partnerschaftsarbeit mit evangelischen und ökumenischen Partnern in den Ländern Ost- und Südosteuropas soll Frieden, Gerechtigkeit, die Bewahrung der Schöpfung und die Inklusion benachteiligter Menschen in Europa gefördert werden. Sie fördern Projekte lokaler Partnerorganisationen und den personellen Austausch sowie internationale Kooperationen und deren Vernetzungen. Dabei wird auf die Entwicklung und Pflege von Partnerschaften und die Unterstützung von evangelischen und ökumenischen Partnern in Mittel-, Südost- und Osteuropa beim Aufbau der sozialen, diakonischen und kirchlichen Arbeit besonders Wert gelegt. Außerdem unterstützt die Aktion Partnerkirchen dabei, Infrastruktur und kirchliche Arbeit zu entwickeln und zu erhalten. Sie setzen sich für alte und behinderte Menschen, Roma, Flüchtlinge, Kinder aus Kriegsgebieten der Ukraine und Opfer von Menschenhandel ein.

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