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Jakobsweg, Pilgerzahlen 1989-2025

Die Pilgerzahlen auf dem „Jakobsweg“ nach Santiago de Compostela in Spanien steigen kontinuierlich an und haben 2025 die 500.000-Marke überschritten. Die „Heiligen Jahre“ – in denen alle Sünden erlassen werden – erreichen Spitzenwerte. Für Pilger aus Deutschland spielt das keine Rolle.

1. Datenbasi
2. Pilgerzahlen insgesamt und pro Monat
3. Nationalitäten
4. Altersgruppen
5. Frauen / Männer
6. Fortbewegungsmittel
7. Motive

Dieser Artikel ist die Fortschreibung von „Pilger auf dem Jakobsweg“ für die Jahre 1989-2015.

1. Datenbasis

Datenbasis sind die offiziellen Auszählungen der Statistiken des Pilgerbüros in Santiago de Compostela

Als Pilger sind darin die Frauen und Männer erfasst, die eine vorgeschriebene Mindest-Wegstrecke (Fußgänger 100 km, Fahrradfahrer 200 km) durch Stempel der Zwischenstationen des Wege vorlegen können.

Der „Jakobsweg“ ist der Begriff für eine Vielzahl von Wegen, die als Gemeinsamkeit haben, dass sie alle an der Kathedrale in Santiago de Compostela enden.


2. Pilgerzahlen insgesamt und pro Monat

Die Pilgerzahlen (s. Tabelle 1 im Anschluss) steigen im dargestellten Zeitraum 1989 – 2025 kontinuierlich an.

Die Kontinuität des Anstiegs der Pilgerzahlen wird nur durch die beiden Corona-Jahre (2020, 2021) und die „Heiligen Jahre“ unterbrochen (1993, 1999, 2004, 2010).

„In Santiago de Compostela findet das Heilige Jahr dann statt, wenn der 25. Juli, der Tag des Heiligen Jakobus, auf einen Sonntag fällt. Das geschieht in einer zeitlichen Abfolge von sechs, fünf, sechs und elf Jahren. Das Heilige Jahr wird mit der Öffnung der Heiligen Pforte am 31. Dezember des Vorjahres gefeiert. […] „In einem Heiligen Jahr können die Pilger auf Wunsch einen Plenarablass, d. h. einen Nachlass für alle Sünden an jedem Tag des Jahres erhalten.“ (Quelle)

Im Jahresverlauf der Monate (s. Tabelle 2) ist in den Jahen 2005 – 2019 das identische Muster zu sehen, dass der August jährlich die meisten Pilgerzahlen hat.

Das ändert sich 2022, mit einem Gipfelpunkt im September, und hat ein neues Muster seit 2023 mit zwei Gipfelpunkten: einen im Mai und einem im August.

3. Nationalitäten

In den absoluten Pilgerzahlen von 1989 – 2025 nach Nationalitäten (Spanien, Frankreich, Deutschland und Italien) zeigt sich die Dominanz von Pilgerinnen und Pilgern aus Spanien, vor allem in den „Heiligen Jahren“ (S. Tabelle 1).

Diese Dominanz bleibt entsprechend in den Anteilen erhalten, auch wenn sich die Anteile der Pilger aus diesen vier Ländern stetig verringert.

In der Zusammenfassung der Pilgerzahlen aus diesen vier Ländern gegenüber allen Pilgern mit anderen Nationalitäten verringert sich der Anteil der Pilger aus den vier westeuropäischen Länder von 90 Prozent (im Jahr 1989) auf 55 Prozent (im Jahr 2025).


4. Altersgruppen

In den Anteilen von drei Altersgruppen (für die Jahre 1989-2015) hat die jüngste Altersgruppe der bis 30-Jährigen 1989 einen Anteil von 60 Prozent, der sich bis 2015 auf 30 Prozent halbiert. Entsprechend steigen die Anteile der beiden älteren Altersgruppen (s. Tabelle 3.1.).

In den Anteilen von vier Altersgruppen (2003-2025) bleiben die unter 18-Jährigen unter 10 Prozent, bei den 18-45-Jährigen verringert sich ihr Anteil von 57 auf 41 Prozent und bei den 45-65-Jährigen erhöhte sich der Anteil von 29 auf 39 Prozent, bei den 65-Jahre-und-Älteren von vier auf 11 Prozent. (s. Tabelle 3.2.)


5. Frauen / Männer

Die Pilgerinnen waren 1990 noch mit drei von zehn Pilgern in der Minderheit. Ihre Anzahl erhöht sich parallel zu den Männern. (s. Tabelle 4)

Hinsichtlich der Anteile an den Pilgern insgesamt steigt der Anteil der Frauen stärker als der Anteil der Männer. 2018 sind es erstmals mehr Frauen (50,4) als Männer (49,6) und dieser Abstand vergrößert sich seitdem: 2025 sind es 54 Prozent Frauen und 46 Prozent Männer.


6. Fortbewegungsmittel

Pilgern kann man zu Fuß, per Fahrrad, auf Pferd oder Esel, mit einem Schiff oder im Rollstuhl. In der Anzahl der Pilger sind die Wanderinnen und Wanderer (mit Rucksack) absolut in der Mehrheit. (s. Tabelle 5)

In den Anteilen der Fortbewegungsart vergrößert sich der Abstand zwischen zu Fuß/per Fahrrad von 81 / 18 (2003) auf 93 / 4 (2025). Die anderen Fortbewegungsmittel bleiben marginal (0,2 Prozent).


7. Motive

Hinsichtlich der Motive werden drei verschiedene Beweggründe erfasst, 1. Religiös, 2. Anderes (inkl. religiös), 3. Nicht religiös. Der Anteil des Motivs „religiös“ hat – abgesehen von den „Heiligen Jahren“ - eine Spannweite zwischen 38 – 45 Prozent unter den Pilgerinnen und Pilgern. In den „Heiligen Jahren“ steigt er auf 55 Prozent (2010) bzw. 75 Prozent (2004). Die „gemischten Motive“ verringern sich in den Anteilen von 51 auf 32 Prozent, während der Anteil der „Nicht-religiösen“ von sieben auf rund 20 Prozent steigt. (s. Tabelle 6)

Für die Pilger aus Deutschland sind keine Angaben hinsichtlich ihrer Motive publiziert. Betrachtet man jedoch den Anstiegs des Motivs „religiös“ in den „Heiligen Jahren“, so fällt auf, dass bei den Pilgern aus Deutschland in diesen Jahren (1993, 1999, 2004, 2010, 2021/2022) kein besondere Veränderung in den Pilgerzahlen sichtbar ist.

Falls sich jemand fragt, wann das Bestseller-Buch (3 Millionen Exemplare auf Deutsch) von Harpe Kerkeling „Ich bin dann mal weg“ erschienen ist: 2006. Harpe Kerkeling beschreibt seinen Glauben mit „Buddhist mit christlichem Überbau“. (Quelle). Der Film darüber: 2015. 

An den weiteren Erhöhungen der Pilgerzahlen sind die Pilger aus Deutschland seit 2022 nicht mehr beteiligt.

(CF)

Tabellen

(Im Anhang befindet sich eine Excel-Datei mit den auslesbaren Daten.)