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Parteimitglieder 1946-2025

Die Entwicklung der Anzahl von Parteimitgliedern verläuft im Trend: Die ‚Etablierten‘ verlieren Mitglieder, Grüne, Linkspartei und AfD gewinnen Mitglieder. Das zeigt sich in verschiedenen Aspekten wie Frauenanteile, Altersaufbau. Der generelle Rückgang der gesamten Anzahl von organisierten Pateimitgliedern hat sich seit 2022/23 gewandelt.

1. Datenbasis
2. 1946-2025 - Gesamtentwicklung
3. 2010 – 2024
    3.1. Entwicklung
    3.2. Einzelne Parteien
    3.3. Frauenanteile
    3.4. Altersgruppen
4. Konfessionszugehörigkeit

1. Datenbasis

Dieser Artikel ist die Fortschreibung und Ergänzung des fowid-Artikels „Parteimitglieder 1946-2018“. Die Daten 2019-2024 beruhen auf den Recherchen und Auswertungen der der Schriftenreihe „Arbeitshefte aus dem Otto-Stammer-Zentrum“, Heft 33: „Oskar Niedermayer: Parteimitglieder in Deutschland, Version 2025, Berlin, 2025.“ Die Daten für 2025 beruhen auf eigenen Internetrecherchen und ersten Niedermayer-Daten für 2025.

2. 1946-2025-Gesamtenwicklung

Von 1956 bis 1976 steigt die Anzahl der Parteimitglieder kontinuierlich an (s. Tabellen 1.1. und 1.2. im Anschluss). Die SPD erreicht 1976/1977 einen Höchststand von mehr als einer Million Parteimitgliedern (1.022.000). Danach beginnen die Verringerung bei der SPD. Die CDU erreicht (im alten Bundesgebiet) ihren Höchststand 1983 (735.000 Mitglieder).

Danach beginnen auch bei der CDU die Verringerungen, die nur nach der Deutschen Einheit kurzzeitig unterbrochen werden.

Der Anstieg beruht nicht nur auf einem Bevölkerungswachstum, sondern auch im Anstieg der Bürger, die sich parteilich organisieren. Belief sich der Anteil 1967 (1.148.000/59.948.474) auf 1,9 Prozent der Bevölkerung, so sind es 1976 (1.897.000/61.644.624) 3,1 Prozent.

Fasst man – realitätsgerecht – CDU und CSU zusammen, dann zeigt sich (s. Tabelle 1.3.), dass die CDU/CSU seit 1995 durchgehend mehr Mitglieder hat als die SPD.

Fasst man die Mitglieder der wesentlichen Parteien - einschließlich der Neugründungen (Grüne, Bündnis 90/Die Grünen: 1980/1993, Partei Die Linke: 1990/2007 und die AfD: 2013) - zusammen, so wird diese Entwicklung noch einmal verdeutlicht: Bis 1976 Anstieg, 1977-1989 gleichbleibend, 1990-2023 Verringerungen, 2024-2025 leichter Anstieg.


3. 2010-2025

3.1. Entwicklung

Mit Begrenzung auf die Jahre 2010-2025 sollen die Trends der vergangenen 15 Jahre hervorgehoben werden (s. Tabellen 2)

SPD und CDU verringern ihre Zahlen an Parteimitgliedern parallel zueinander, während die Anzahl der Parteimitglieder bei den kleineren Parten ansteigt.

Das zeigt sich auch in den prozentualen Verändern der Anzahl. Während die CDU, SPD und CSU sich im Bereich von - 0,12 bis – 4,0 Prozent bewegen, zeigen Grüne und AfD positive Veränderungen der Mitgliederzahl und, 2024/2025, vor allem die Partei Die Linke.

Für die Gesamtzahl aller Parteimitglieder spielt es insofern eine Rolle, als dass der Negativtrend in der Parteimitgliedschaft dadurch gestoppt wird.

Dieser ‚Wendepunkt‘ liegt im Jahresverlauf 2023/2024.
 

In einer ‚Gruppenbildung‘ „Rechts / Links“ (s. analog der „Links-Rechts-Einstufung“), die 2010-2024 eine gleichbleibende (kleine) rechte Mehrheit hatte (519-537 Prozent) ergab sich für 2024 eine (leichte) Verschiebung nach ‚links‘ (50,9 Prozent).

3.2. Einzelne Parteien

Die Entwicklung für die einzelnen Parteien ist in den Bundesländern für CDU (Tabelle 3.1.) und SPD (Tabelle 3.4.) gleich: die Verringerungen in der Anzahl der Parteimitglieder zeigen sich gleichmäßig in allen Bundesländern.

Bei den Grünen (Tabelle 3.3.) zeigt sich das Gegenteil: in allen Bundesländern steigt die Anzahl der Parteimitglieder.

Für die Anzahl der Parteimitglieder FDP (Tabelle 3.4.) zeigt sich ebenfalls ein länderübergreifender Trend: Von 2010 bis 2015 sinkt die Anzahl, von 2016 bis 2021 steigt die Anzahl und 2022 bis 2024 verringert sich wieder die Anzahl.

Für die Partei Die Linke (Tabelle 3.5.) ist der Trend in den östlichen bzw. westlichen Bundesländern konträr. In allen östlichen Bundesländern (Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen) verringert sich die Anzahl der Parteimitglieder kontinuierlich, in den westlichen Bundesländern ist die Anzahl schwankend, tendenziell steigend. Hier noch nicht berücksichtigt ist die Verdopplung der Gesamtmitgliederzahl 2025, um 110 Prozent (von 58.532 auf 123.126 Mitglieder).

Für die AfD (Tabelle 3.6) zeigt sich in allen Bundesländern das gleiche ‚Muster‘: 2013-2018 steigt die Mitgliederzahl, 2019-2022 verringert sie sich, 2023-2024 steigt sie wieder – ebenfalls 2025 (hier noch nicht aufgeschlüsselt nach Bundesländern) mit insgesamt 42 Prozent (von 51.335 auf 73.108 Mitglieder). Der Anteil der Mitglieder in den östlichen Bundesländern ist (2024) mit 24,2 Prozent höher als der Bevölkerungsanteil (15,5 Prozent), aber 75,8 Prozent der Parteimitglieder leben in den westlichen Bundesländern.

Nach den Einzeldarstellungen ergibt sich für den Aspekt, welche Parteien ihre Mitgliederzahlen in den Bundesländern verringert oder erhöht haben, erwartbare Ergebnisse. Im Vergleich von 2024 gegenüber 2023 (Tabelle 4) haben die CDU/CSU Veränderungen in der Spannweite +2,5/-3,6, die SPD +2,9/-3,9, die FDP ist durchgehend im Minus von -2,9/-10,0, die Grünen (abgesehen vom Saarland) durchweg positiv von +12,5/+28,6, die Linke gemischt von – 2,6/+37,2 und die AfD durchgehend positive Veränderungen von +19,0/+65,0.

Und die Frage, ob es einen Ost-West-Unterschied gibt, lässt sich ebenfalls beantworten: Abgesehen von den Linken, die in den östlichen Bundesländern einen geringeren Zuwachs haben, sind in den westlichen Bundesländern die Grünen (23,4/23,2) und die AfD (29,4/29,5) in den Zuwächsen gleich.

3.3. Frauenanteile

Im Vergleich zwischen dem ersten Auswertungsjahr für die Parteimitglieder nach dem Kriterien Frauenanteil (s. Tabelle 5.1.) steigt er bei vier Parteien (Grüne: 36/45, SPD: 27/34, CSU: 15/22) und AfD: 15:21 Prozent), bei der CDU stagniert er (26/27). Bei der FDP (25/20) sowie der Linken (44/40) wir den Anteil geringer.

Für das Jahr 2024 ist die Abfolge der Parteien in ihrem Frauenanteil gleichbleibend.

3.4. Altersgruppen

Die Altersgruppenverteilungen innerhalb der Parteimitglieder (s. Tabellen 6.1. bis 6.6.) ähneln – mit Ausnahme der FDP - denen der Frauenanteile, je ‚jünger‘ die Parteien, desto ‚jünger‘ sind die Anteile der Altersgruppen. (Ohne AfD, die Altersgruppen (s. Tabelle 6.7.) anders gliedert.)

Im Durchschnittsalter der Parteimitglieder zeigt sich dieser Unterschied in einer Zahl: SPD, CDU und CSU: 62 bzw. 61 Jahre, AfD 54 Jahre, FDP, Grüne und Linke: 50, 49 und 45 Jahre.


4. Konfessionszugehörigkeit

Die Konfessionszugehörigkeiten waren bereits in den Artikeln „Parteimitglieder und Konfessionen“ (1998 / 2009) und „Parteimitglieder und Konfessionen“ (2009) erläutert worden. Für CDU und CSU liegen dafür auch die Daten 2010-2024 vor (s. Tabelle 7). Der Anteil der Katholiken und Protestanten verringert sich bei der CDU um 9 Prozentpunkte, während der Anteil der „Sonstigen“ entsprechend auf 27 Prozent steigt. Bei der CSU sind es jeweils sieben Prozentpunkte.


(CF)

Tabellen

(Im Anhang befindet sich eine Excel-Datei mit den auslesbaren Daten)