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Kirchenmitglieder: 47,45 Prozent

Nach Veröffentlichung der Zahlen der Deutschen Bischofskonferenz für die katholische Kirche in Deutschland ist nun die Gesamtzahl der (evangelischen und katholischen Kirchenmitglieder) zum 31.12. 2022 bekannt: es sind 40.037.590 Personen. Umgerechnet auf die Gesamtbevölkerung sind das 47,45 Prozent. Ein Rückgang um 1,3 Mio. Kirchenmitglieder (1.333.410) bzw. von 2,25 Prozentpunkten in der Bevölkerung gegenüber 2021.

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hatte bereits am 7. März ihre Zahlen veröffentlicht. Es sind zwar Schätzungen, aber mit einer hohen Plausibilität. Demnach hatten die EKD-Landeskirchen Ende 2022 noch 19.150.000 Mitglieder. Das sind 575.000 weniger Mitglieder als 2021 und entspricht einem Rückgang von 2,9 Prozent. Am 28.06.2023 hat nun auch die Deutsche Bischofskonferenz die Zahlen für die katholische Kirche veröffentlicht: Ende 2022 hatten die Bistümer 20.937.590 Mitglieder. Das sind 708.410 weniger als 2021 (mit 21.646.000 Mitgliedern). Zusammen ergeben sich daraus 40.037.590 evangelische und katholische Kirchenmitglieder, 22,64 Prozent EKD-Protestanten und 24,81 römische Katholiken, was zusammen einem Anteil an der Gesamtbevölkerung (84,4 Mio.) von 47,45 Prozent entspricht. Ein Rückgang von 2,25 Prozentpunkten gegenüber 2021 (49,70 Prozent) - bezogen auf die Gesamtbevölkerung - und von 3,2 – 3,5 Prozent bezogen auf die eigenen Kirchenmitglieder.

Aufgrund der Berechnungen des Statistischen Bundesamtes belief sich die Bevölkerung in Deutschland am 31.12.2022 auf 84,4 Mio. (84.358.845) Personen. Zur Erläuterung heißt es:

„Zum 31. Dezember 2022 lebten 84 359 000 Personen in Deutschland. Im Jahr 2022 ist die Bevölkerung mit +1,3% deutlich stärker gewachsen als noch im Vorjahr (+0,1%) und stellt den höchsten Bevölkerungszuwachs seit Beginn der Bevölkerungsfortschreibung im Jahr 1950 dar. Ähnlich hoch war das Bevölkerungswachstum nur im Jahr 2015 (+1,2%). Der vergleichsweise starke Bevölkerungsanstieg ist dabei vor allem auf den deutlichen Anstieg in der Nettozuwanderung vor dem Hintergrund der Fluchtbewegungen aus der Ukraine zurückzuführen.“

Das heißt - für die Verringerung des Anteils der Kirchenmitglieder an der Bevölkerung -, dass sich die Bezugsgröße erhöht hat, von 83.200.000 (2021) auf 84.400.000 (2022), was 1,2 Mio. mehr bedeutet und allein dadurch den Anteil der Kirchenmitglieder um rund 0,6 Prozentpunkte verringert hat.

Die beiden wesentlichsten Einflussgrößen für die Verringerung der Anzahl der Kirchenmitglieder sind die 903.000 Kirchenaustritte (380.000 Evangelische sowie 522.821 Katholiken), sowie die 310.000 Taufdefizite (Verstorbene vs. Taufen), die sich im Bereich der Landeskirchen auf 225.000 belaufen, in den Bistümern auf 84.971.

Für beide Kirchen sind die Verringerungen selber ein gleichbleibender Trend.

Bezogen auf die jeweilige Mitgliederzahl hat sich die Verringerung seit 2016 deutlich verstärkt – in beiden Kirchen. Belief sich die Verringerung bis 2016 jährlich auf etwa ein Prozent der Mitgliederzahlen, so sind es mittlerweile zwei Prozent (2020), 2,5 Prozent (2021) und schließlich 3 Prozent (2022).


Carsten Frerk

Im Anhang befinet sich eine auslesbare Excel-Datei mit den Daten der Tabellen und Grafiken für die eigene Arbeit.