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Konfessionsfreie in Finnland 1990-2024

Im betrachteten Zeitraum hat sich der Anteil der Konfessionsfreien in den Melderegistern kontinuierlich ansteigend auf 35 Prozent erhöht. Die Zuwachsraten, der Altersaufbau und das religiöse Selbstverständnis sprechen dafür, dass sich diese Entwicklung gleichbleibend weiter fortsetzen wird.

Nach den Auszählungen von „Statistics Finland“ hat sich der Anteil der Konfessionsfreien – die Personen, die keiner Religionsgemeinschaft angehören -, im Zeitraum 1990 bis 2024 von 10,2 auf 34,9 Prozent vergrößert.

Dabei zeigt sich (vgl. auch Tabellen 1.1. und 1.2. im Anschluss), dass die Evangelisch-lutherische Kirche in Finnland und die Konfessionsfreien zusammen 98 bzw. 97 Prozent der Bevölkerung darstellen. Eine religiöse Diversifikation und ein Anstieg von kleineren oder neuen Religionsgemeinschaften bleiben marginal.

In einer detaillierten Darstellung für die einzelnen Jahre 1990-2024 zeigt sich für die Konfessionsfreien die gleichbleibende Kontinuität dieser Veränderungen.

Die Zuwachsraten der Konfessionsfreien (s. Tabelle 1.3.) beruhen u.a. auch auf Kirchenaustritten. In einer Jahreserfassung der Veränderungen gegenüber dem Vorjahr zeigen sich zwei besondere Jahre: 2003, als es in Finnland möglich wurde, über ein Internetformular aus der Kiche auszutreten („Eroakirkosta.fi“) wodurch sich die Zahl der Kirchenaustritte pro Jahr verdreifachte: von durchschnittlich 1,5 auf 4,7 Prozent. 2010 gab es einen Gipfelpunkt, als eine TV-Diskussion über die gleichgeschlechtliche Ehe – und der Aussage eines Kirchenvertreters, dass Homosexualität laut Bibel Sünde sei -, zu einer umgehenden Reaktion führte. (Finnland: Talksendung führt zu Massenaustritt aus der Kirche) In zehn Tagen traten 37.000 Finninnen und Finnen aus der Kirche aus.

In einer weiteren Auswertung der Daten auf ‚Statistics Finland‘ zeigen sich die Unterschiede zwischen der Ev.-Luther. Volkskirche und den Konfessionsfreien nach Alter und Geschlecht (s. Tabelle 2).

Die Konfessionsfreien haben in der Altersverteilung einen Schwerpunkt (37 Prozent) in der vorrangig reproduktiven Altersgruppe der 25-44-Jährigen.

Diese Tendenz einer fortschreitenden Säkularisierung wird auch durch die Umfragen der European Social Surveys (ESS) bestätigt, in der seit 2012 rund die Hälfte der Finnen sagt, dass sie keiner Religionsgemeinschaft angehören (s. Tabelle 3).


(CF)

Tabellen

(Im Anhang befindet sich eine Excel-Datei mit den auslesbaren Daten für die Grafiken und Tabellen)