Sie sind hier

Priesterweihen 1962-2025

Seit 1992 verringert sich die Anzahl der Priesterweihen kontinuierlich und hat 2025 das ‚Allzeit-Tief‘ von 25 Weihen von römisch-katholischen Diözesanpriestern erreicht. Mit Hinblick auf die sinkende Entwicklung der Anzahl neuer Priesteramtskandidaten – und deren ‚Abbrecherquote‘ – wird sich die Entwicklung voraussichtlich weiter fortsetzen.

 Diese Ausarbeitung ist die Aktualisierung der Artikel „Priesterweihen in Deutschland 1962 – 2015“ und „Priester, Priesterweihen, Priesterkandidaten 1962-2022“.

Mit den aktualisierten Zahlen für 2025 zeigt sich, dass sich der Trend der Verringerung der Zahl der Priesterweihen weiter fortsetzt.

Der ‚Nachwuchs‘ an Priestern kann nur über Männer erfolgen, die sich zum Priester weihen lassen. 2025 wurden 24 Männer zu katholischen Weltpriestern geweiht. Ein erneutes ‚Allzeittief‘, das sich tendenziell seit 1992 Jahr um Jahr wiederholt. Auch wenn es sich insgesamt um einen kontinuierlichen Rückgang der Priesterweihen handelt – 1969 wurden 400 unterschritten, 1974 die 200, im Jahr 2008 die 100 Priesterweihen pro Jahr, 2012 die 50 – so gibt es doch einen Zeitraum von 1980 bis 1990, in dem die Anzahl der Priesterweihen steigt. (s. Tabelle 1 im Anschluss)

Die Annahme, dass sich darin die ‚Aufbruchstimmung‘ des Zweiten Vatikanischen Konzils (von Oktober 1962 bis Dezember 1965) ausdrücken könnte, lässt sich nicht ausschließen, da dieser Effekt – wenn es ihn denn gegeben haben sollte – bei den rund 14-18-Jährigen in der lebensorientierenden Berufsperspektive wirksam geworden wäre, d. h. sich in den Jahren 1973-1978 dargestellt hätte. Das ist in den Daten aber so nicht ersichtlich. Es spricht eher dafür, dass der Anstieg der Ausdruck des ansteigenden Geburtenzyklus der „Baby Boomer“ (1955-1964) ist, der sich in einer Parallelität des Anstiegs der Priesterweihen – rund 26 Jahre später – (1981-1990) darstellt. Insofern hätte dieser Anstieg nichts mit innerkirchlichen oder gesellschaftlichen Stimmungen oder Perspektiven zu tun, sondern wäre eine Begleiterscheinung des Geburtenzyklus 1955-1964: werden mehr Kinder geboren, gibt es auch mehr Priesterweihen und Priesteramtskandidaten.

Hinsichtlich der Weihezahlen in den einzelnen Diözesen gibt es bis 1992 keine einheitliche Tendenz. (s. Tabellen 2.1.-2.3.)

Nach 1992 kommt dann die fortschreitende gemeinsame Verringerung.

In der Betrachtung von vier ausgewählten Diözesen zeigt sich ebenfalls keine parallele Entwicklung.

Von dem Aufschwung um 1990 profitieren die Bistümer Köln und Münster, die Diözesen München-Freising und Trier jedoch nicht. Dieser Unterschied bestand auch vorher bereits, dass München-Freising (grüne Linie) – von diesen vier Bistümern -, die geringste Anzahl von Priesterweihen hatte. Insofern wäre eine weitergehende Untersuchung notwendig, um zu versuchen, diese Unterschiede zu erklären.

Die Entwicklung der Priesterweihen ist auch bedingt durch die Zahl der jeweils jährlich neuen Priesteramtskandidaten (s. Tabelle 3). Setzt man diese Zahlen mit den Priesterweihen in Zusammenhang, indem die Anzahl der Priesterweihen um 8 Jahre versetzt – die durchschnittliche Ausbildungszeit eines Diözesanpriester bis zur Weihe -, so zeigt sich diese Parallelität in der Entwicklung.

Und es zeigt sich als weiteres Merkmal die ‚Abbrecherquote‘, d.h. wie viele der neuen Priesteramtskandidaten erreichen acht Jahr später nicht die Priesterweihe. (s. Tabelle 4)

Lag diese Quote in den 1970er Jahren bei rund 50 Prozent, d. h. von zehn Kandidaten wurden fünf geweiht, so wird dieser Anteil tendenziell geringer und in den vergangenen vier Jahren (2022 – 2025) sind es rund drei von zehn Kandidaten. Sofern diese Tendenz gleich bleibt, werden von den 2025er neuen 54 Kandidaten im Jahr 2033 noch 16 zu Diözesanpriestern geweiht.

(C.F.)

Tabellen

(Im Anhang befindet sich eine Excel-Datei mit den auslesbaren Daten für die Grafiken und Tabellen.)