Religionsunterricht in Polen 2025
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Ab dem kommenden Schuljahr wird es weitere Änderungen für den Religionsunterricht an polnischen Schulen geben. Die Anzahl der Stunden wird auf eine Stunde reduziert und entspricht damit anderen Fächern. Es ist eine Änderung, die von der Mehrheit der Bevölkerung mitgetragen wird und den politischen Verhältnissen entspricht. Der Klerus will sich dagegen zur Wehr setzen.
Seit 1991 gibt es an den Schulen in Polen wieder einen regulären Religionsunterricht als Wahlfach von zwei Stunden. Das Bildungsministerium hat ab dem kommenden Schuljahr (Beginn: 1. September) angeordnet, dass die Stundenzahl von zwei auf eine Stunden verringert und damit anderen Fächern wie Biologie, Chemie und Physik gleichgestellt wird.
Bereits im Juli 2024 war angeordnet worden, dass die Benotung keine Rolle mehr spielt. (Quelle: „PolskiRadio“) Diese Maßnahmen wurden Ende August 2024 in einer IBRiS-Umfrage: „Welche Art von Religionsunterricht wünschen die Polen?“ von der Mehrheit der Befragten für gut befunden. (Quelle: „Rzeczpospolita“)
In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts CBOS („KOMUNIKAT Z BADAŃ, Nr 97/2024, „Religia w szkołach“ - Religionsunterricht an Schulen) haben die Befürworter eines Religionsunterrichts seit 1991 in der Umfrage im November 2024 die geringsten Anteil und nur noch eine knappe Mehrheit (51 Prozent).
Die Befürworter bzw. die Gegner einer Veränderung verteilen sich entsprechend der politischen Parteiaffinitäten.
„Die höchste Unterstützung für den Religionsunterricht an öffentlichen Schulen ist vor allem bei den Befragten zu beobachten, die an religiösen Praktiken beteiligt sind, d. h. mindestens einmal pro Woche daran teilnehmen, und auch bei denjenigen, die sich mit der Rechten identifizieren. Potenzielle Wähler der Partei Recht und Gerechtigkeit und des Bundes für Freiheit und Unabhängigkeit heben sich hier deutlich positiv ab. Am stärksten ist die Ablehnung dagegen bei denjenigen, die nicht an religiösen Praktiken teilnehmen, linke Ansichten vertreten und in Bezug auf die Parteipräferenzen die Linke oder die Bürgerliche Koalition unterstützen. Die Anhänger des Dritten Weges sind in dieser Hinsicht gespaltener, doch auch unter ihnen überwiegt die Meinung, dass Religion in öffentlichen Schulen nicht unterrichtet werden sollte.“
In den katholischen Medien werden diese Veränderungen aufmerksam begleitet (Oktober 2024: katholisch.de und Ende Januar 2025: Vatican News): Der katholische Klerus erwäge, gegen diese Entscheidungen zu klagen, da sie gegen Regelungen des Konkordats zur Beteiligung der Kirche missachten würden. Man wolle zudem die zwei Stunden Religionsunterrichts an Grundschulen beibehalten.
(CF)