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Schottland: 58 Prozent der Bevölkerung „ohne Religion“

Nachdem im Zensus 2015 der Anteil der Bewohner Schottlands, die sich zu „keiner  Religionsgemeinschaft“ bekennen, bereits auf über 50 Prozent gestiegen war, ist dieser Anteil im Zensus 2016  weiter angestiegen: auf 58 Prozent. Unter den 18-34-Jährigen sind es 74 Prozent.

Die Entwicklung zu einem Leben „ohne Religion“ wird von kontinuierlich mehr Schottinnen und Schotten geteilt. Von 1999 bis 2016 ist der Anteil der Schotten, die im Zensus bei der Frage der Religionszugehörigkeit „No Religion“ angeben um 18 Prozentpunkte von 40 auf 58 Prozent gestiegen. Gleichzeitig und parallel dazu hat sich der Anteil derjenigen, die sich zur Church of Scotland bekennen von 35 auf 18 Prozent verringert. Der Anteil der römischen Katholiken verringert sich ebenfalls allerdings auf niedrigerem Niveau und geringer (von 14 auf 10 Prozent), während die anderen christliche Religionsgemeinschaften (plus 1 Prozent) und die nicht-christlichen Religionsgemeinschaften (ebenfalls plus 1 Prozent) nur einen leichten Zugewinn haben.

Eine Entwicklung, wie sie auch für England und Wales festzustellen ist. In Großbritannien insgesamt (also das Vereinigte Königreich ohne Nordirland) stieg, nach dem britischen Zensus 2016, der Anteil der „Nicht-Religiösen“ auf 53 Prozent.

Altersgruppen

Bei einer genaueren Betrachtung zur Entwicklung des Anteils der Personen „ohne Religion“ in verschiedenen Altersgruppen zeigt sich, dass der Anstieg des Anteils der „Kirchenfreien“ sich in allen vier Altersgruppen darstellt.

Die Altersgruppe der 18-34-Jährigen hat bereits 1999 mehrheitlich (55 Prozent) Menschen ohne Religion und verändert diesen Anteil bis zum Zensus 2016 um 19 Prozentpunkte auf 74 Prozent.

Ebenfalls um 19 Prozentpunkte verändert sich dieser Anteil bei den 35-49-Jährigen, während bei den 50-64-Jährigen sich diese Veränderung auf 24 Prozentpunkte beläuft (von 33 auf 57 Prozent). Nur in der Altersgruppe der über-65-Jährigen ist 2016 keine religionsfreie Mehrheit vorhanden.

Legt man nun zugrunde, dass die 18-34-Jährigen von 1999 sich 2016 so gut wie alle in der Gruppe der 35-49-Jährigen befinden, und vergleicht man die Werte von 1999 zu 2016 für die ehemals 18-34-Jährigen, so zeigt sich darin, dass der Anteil 2016 (63 Prozent) deutlich über dem Anteil von 1999 (55 Prozent) liegt. Das zeigt sich auch bei den anderen Altersgruppen, auch wenn es in der ältesten Gruppe schwächer vorhanden ist.

Im Unterschied zu anderen Gesellschaften ist die Bevölkerung Schottlands nicht ‚überaltert‘, in dem Sinne, dass die Älteren immer mehr und die Jüngeren relativ immer weniger werden. Im Altersaufbau – mit Bezug auf die 2016-Zensus-Altersgruppen zeigt sich, dass die älteren Gruppen jeweils geringere Anteile an der Gesamtbevölkerung darstellen.

Das bedeutet für die Frage des Anteils der Menschen „ohne Religionszugehörigkeit“, das dieser Anteil weiterhin ansteigen wird. Zum einen, weil die Jüngeren ihre höheren Anteile an „Religionslosen“ mitnehmen und zum anderen, weil sich dieser Anteil im Älterwerden noch vergrößert.

Parallel u. a. zu diesen Entwicklungen hat 2015 auch der Anteil der humanistischen Hochzeiten die Anzahl der Trauungen durch die Church of Scotland übertroffen.

(CF)