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Ordensgemeinschaften 1990 -2025

Die langfristige Tendenz der Verringerung der Anzahl von Frauen und Männern in den römisch-katholischen Ordensgemeinschaften in Deutschland setzt sich weiterhin fort. Die Frauenorden sind von der Verringerung der Anzahl ihrer Mitglieder stärker betroffen als die Ordensgemeinschaften der Männer. Gab es 1990 noch 44.000 Nonnen in Deutschland, so sind es Ende 2025 noch 8.770, von denen 81 Prozent älter als 65 Jahre sind.

1. Datenbasis
2. Frauenorden
3. Männerorden
4. Perspektiven

1. Datenbasis

Diesem Artikel liegen die statistischen Daten der „Vereinigung der Deutschen Ordensoberen“ (DOK) zugrunde, in der rund 42 Orden zusammengeschlossen sind. Ordensgemeinschaften, die nicht (oder nicht primär) in der DOK organisiert sind, finden sich in der „Vereinigung katholischer Orden zur Förderung internationaler Solidarität (VKO)“ in der (2024) 117 ausländische Ordensgemeinschaften (mit 1.863 Schwestern, 220 Ordensmännern) organisiert sind. Andere Gemeinschaften, wie die katholischen Säkularinstitute, in deren „Arbeitsgemeinschaft derzeit 34 deutsche und internationale Säkularinstitute (mit Niederlassungen in Deutschland)“ angeschlossen sind, werden nicht mitgezählt. Ebenso sind die evangelische Kommunitäten bzw. Gemeinschaften mit Konventualinnen keine Mitglieder der DOK.

Die folgenden Daten sind die Fortschreibungen der Artikel „Frauenorden in Deutschland“ und „Männerorden in Deutschland, 1990 – 2016“ sowie „Ordensgemeinschaften 2022“.

Die Daten entstammen Publikationen der Bischofskonferenz zu „Orden und Säkularinstitute“ und den Daten auf der Internetseite der DOK zu „Männerorden“ und „Frauenorden“.

2. Frauenorden

1990 sind 44.209 Frauen in Deutschland Nonnen in einem Frauenorden, 2025 sind es 8.770. Ein Verringerung auf 20 Prozent der früheren Mitgliederzahl (s. Tabelle 1 im Anschluss).

Nur ein kleinerer Anteil ist Mitglied in einem kontemplativen Orden (rund 8 Prozent).

Eine der Gründe für die Verringerungen ist der Altersaufbau: rund 80 Prozent der Frauen sind älter als 65 Jahre (s. Tabelle 2).

Die Zahl der Novizinnen hat sich von 329 (im Jahr 1990) auf 47 (2025) verringert. Rechnet man die Anzahl der Verringerung unter den Ordensfrauen plus die Novizinnen, hat sich Zahl der Nonnen in den vergangenen zehn Jahren (2016-2025) um 7.945 Frauen verringert, im Durchschnitt 795 pro Jahr (s. Tabelle 3).

Nicht mehr tätig sind 63 Prozent der Nonnen. Die Schwerpunkte der tätigen Frauen liegt im Wirtschaftsbereich, in Pflegeberufen und in der Verwaltung (s. Tabelle 4).


3. Männerorden

Von den Ordensgemeinschaften insgesamt stellen die Männer rund 25 Prozent der Mitglieder. 1990 waren 6.000 Männer Mitglied einer Ordensgemeinschaft, 2025 sind es 3.873. Ein Rückgang auf 56 Prozent der Anzahl von vor 35 Jahren. (s. Tabelle 5)

In den vergangenen zehn Jahren (2016-2025) hatten die Männerorden ein Verringerungssaldo von 761 Personen, d. h. durchschnittlich 76 pro Jahr.

Die jährlichen Veränderungen sind entsprechend geringer als bei den Frauenorden (s. Tabelle 6)

Die Verringerungen der Mitgliederzahlen betreffen alle großen Ordensgemeinschaften gleichermaßen (s. Tabelle 7)


4. Perspektiven

Betrachtet man die Anzahl der Novizinnen und Novizen als Indiz für die Weiterentwicklung der Mitgliederzahlen, so sind die Männerorden ‚stabiler‘ aufgestellt. Der Rückgang der Novizen ist bei ihnen zwar auch gegeben (s. Tabelle 6): Von 71 (1990) auf 20 (2025) aber dieser Rückgang bezieht auf eine kleinere Grundgesamtheit von 3.027 Ordensmitgliedern, während die 47 Novizinnen (2025) sich auf 8.770 Nonnen beziehen (s. Tabelle 3).


Carsten Frerk

Tabellen

(Im Anhang befindet sich eine Excel-Datei mit den auslesbaren Daten für die Grafiken und Tabellen)