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„Berliner Konflikt- und Gewaltbarometer“

Fowid-Notiz: Erstmalig ist in einem Bundesland ist die soziale Situation an den öffentlichen Schulen in einer Umfrage thematisiert worden. Befragt wurden alle Lehrerinnen und Lehrer sowie die drei Jahrgänge der Klassen 6, 9 und 12 und Berufsschüler. Die Ergebnisse sind weltanschaulich von Bedeutung, da auch die Religiosität und damit verbundene Einstellungen thematisiert wurden.

Die Befragung für das „Berliner Konflikt- und Gewaltbarometer“ (BKUG) wurde vom IfD (Institut für Demoskopie, Allensbach) durchgeführt. Auftraggeber war die Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie. Auf der Internetseite zur Studie können vier Dokumente heruntergeladen werden: „Zusammenfassung der Ergebnisse“ / „Einordnung der Befunde und Handlungsperspektiven des Berliner Konflikt- und Gewaltbarometers / „Ergebnisse“ und „Rahmendaten zur Untersuchungsmethode“.

Datenbasis

Die Schülerinnen und Schüler wurden schriftlich befragt, d.h. mit gedruckten Fragebogen zum Selbstausfüllen. Die Grundgesamtheit bestand aus Schülerinnen und Schülern der Klassenstufen 6, 9 und 12 an öffentlichen allgemeinbildenden Schulen in Berlin sowie im zweiten Ausbildungsjahr an beruflichen Schulen in Berlin. 32.393 Fragebogen wurden an 450 Schulen versandt, 14.115 auswertbar ausgefüllte Fragebogen von 295 Schulen kamen zurück. Untersuchungszeitraum war November 2025 -Januar 2026.

Die Lehrkräfte und pädagogisch Mitarbeitenden wurden im gleichen Zeitraum an allen öffentlichen Schulen online befragt und es ergab sich eine Stichprobe von 2.579 verwertbaren Interviews.

Ausgewählte Ergebnisse

Insgesamt sehen die Lehrkräfte mehrheitlich ein Problem in der Gewalt und den Konflikten an ihren Schulen, mit Ausnahme der Gymnasien und der Berufsschulen.

In der Ergebniszusammenfassung heißt es, dass „zwar insgesamt nur 7 Prozent der SchülerInnen in Klassenstufe 9 und 12 von Gewalt durch MitschülerInnen [berichten], bei der es um die eigene Religion ging, SchülerInnen jüdischen Glaubens aber zu rund einem Drittel (34 Prozent).“

Im Unterschied dazu zeigt eine Religionspräferenz, dass „insgesamt 29 Prozent der SchülerInnen in Klassenstufe 9 [meinen], dass religiöse Regeln aus ihrer Sicht Vorrang vor den Regeln der Schule haben sollten. Etwas geringer ist dieser Anteil unter SchülerInnen in Klassenstufe 12 (19 Prozent) bzw. an beruflichen Schulen (17 Prozent).“

„In Klassenstufe 9 sind es dabei deutlich überdurchschnittlich häufig SchülerInnen muslimischen Glaubens, für die religiöse Regeln Vorrang vor den Regeln der Schule haben sollten (41 Prozent), aber auch 33 Prozent der christlichen SchülerInnen teilen diese Auffassung und 19 Prozent der konfessionslosen.“


(CF)