Kirchenmitglieder in Großstädten 2025

Von den 81 Großstädten in Deutschland haben Ende 2025 fünf eine Mehrheit an Kirchenmitgliedern der beiden großen christlichen Kirchen. Fünf weitere haben 2025 diese Marke unterschritten. Die fünf Städte mit der aktuellen Mehrheit an Kirchenmitgliedern werden sie voraussichtlich bis 2028 ebenfalls nicht mehr haben.
Von Eberhard Funk und Carsten Frerk
Mit zu erwartender Gleichmäßigkeit haben sich auch 2025 die Anzahl und Anteile der Kirchenmitglieder der EKD und der römischen Katholiken verringert. Eine Übersicht in alphabetischer Reihenfolge (vgl. Tabellen 1 im Anschluss) zeigt diesen Trend, dessen Mittelwert 2025 bei einer Verringerung von 1,35 Prozentpunkten lag, 2024 waren es 1,50 Prozentpunkte. Eine Großstadt (Jena) hat einen höheren Anteil an Kirchenmitgliedern als 2024 (+ 0,26), der aber darauf beruht, dass sich die Zahl der Einwohner (- 735) stärker verringerte als die Verringerung der Kirchenmitglieder (- 424) und sich deshalb in den Anteilen ein Plus ergibt.
Datenbasis
Die Datenbasis für diese Übersichten, die bereits für 2022, für 2023 sowie für 2024 vorliegen, sind die Auszählungen und Auskünfte der kommunalen Statistikämter. Diese Recherche war – wie auch in den vergangenen Jahren – eine ‚Odyssee‘, die verdeutlichte, warum es in Deutschland mit der Digitalisierung in der Verwaltung nicht vorankommt. Jede Kommune hat ihr sehr eigenes System der Datenaufbereitung und die ganze Bandbreite von Formen der Kommunikation, von freundlich bis überhaupt nicht. Wir haben uns deshalb entschieden, die Angaben für mehrere Städte so zu belassen, wie sie aktuell vorlagen. Die Daten werden, soweit sie noch übermittelt werden, eingefügt. Dass es anders geht, zeigt das Beispiel Rheinland-Pfalz, wo seit 2005 also seit rund zwanzig Jahren, die Melderegister aller Landkreise und kreisfreien Städten einheitlich angelegt sind und monatlich, öffentlich zugänglich, ausgewertet werden.
Durch die Trends der Zeitreihen können auch Eigenwilligkeiten erkannt und korrigiert werden, dass z. B. einzelne Statistikämter eine neue Kategorie „Evangelisch“ einführen, in der – unkommentiert - neben den EKD-Evangelischen auch die Mitglieder der Freikirchen enthalten sind.
Kirchenmitglieder zum 31.12.2025
Ende 2025 gab es noch in fünf der 81 Großstädte in Deutschland eine Mehrheit der EKD-Evangelischen und römisch-katholischen Kirchenmitglieder: in Trier, Paderborn, Münster, Bottrop und Hamm (vgl. Tabellen 1 im Anschluss).

Um – auf dieser Datenebene – zu erkennen, ob es dafür Hintergründe gibt, wurden die Tabellen nach verschiedenen Kriterien in der Reihenfolge der Städte sortiert.
In der Sortierung nach Anteilen der Kirchenmitgliedern zeigt sich (vgl. Tabelle 2), dass 2024 wie auch 2025 die Städte mit einer Mehrheit der Kirchenmitglieder auch eine überwiegend römisch-katholische Mehrheit aufweisen. Betrachtet man die 21 Städte, die 2025 eine überdurchschnittlichen Anteil (mehr als 44 Prozent) an Kirchenmitgliedern nennen, so haben 16 dieser Städte eine vorrangig römisch-katholische Tradition.

In der Sortierung nach den Größenordnungen der Veränderungen im Laufe des Jahres 2025 (vgl. Tabelle 3) ist unter den ‚Top Ten‘ dieser Schwerpunkt nicht mehr so eindeutig. Fünf der 10 Städte haben eine vorrangig katholische Tradition, drei eine EKD-Evangelische und zwei ohne Dominanz einer Kirche.
In der Sortierung nach Anzahl der Einwohner (vgl. Tabelle 4) gibt es unter den ‚großen Großstädten‘ mit mehr als 200.000 Einwohner nur eine Stadt mit einer Mehrheit an Kirchenmitgliedern: Münster, mit 53,4 Prozent.
Hinsichtlich der Anzahl der Katholiken an der Bevölkerung (vgl. Tabelle 5) zeigen sich keine weiteren Besonderheiten, ebenso nicht bei einer Sortierung nach der Anzahl Evangelischer an der Bevölkerung (Tabelle 6) oder der Anzahl der ‚Anderen‘ (Tabelle 7).
In der Zusammenfassung der Differenzen der Veränderungen für 2023-2024-2025 zeigt sich in der Sortierung nach den Größenordnungen der Veränderungen (s. Tabelle 9) keine Besonderheit.

In der Abfolge der Größenordnungen der Veränderungen sind die Jahre 2024 bzw. 2025 für die Städte sehr unterschiedlich.
Das gleiche gilt für die Veränderungen hinsichtlich der 13 Städte, die 2023 noch eine Mehrheit an Kirchenmitgliedern hatten (Tabelle 10). Die Veränderungsraten haben eine weite Spanne von 1,79 bis 4,29 Prozentpunkten.
Tabellen
(Im Anhang findet sich ein auslesbare Excel-Datei mit den Daten)





















