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Kirchliches Leben Bistum Regensburg 1960 - 2017

Das Bistum Regensburg liegt in Bayern und umfasst große Teile der Oberpfalz und Niederbayern, sowie kleinere Teile von Oberfranken und Oberbayern. Regensburg ist das flächenmäßig größte Bistum Bayerns.

Geschichte

Ein aus dem Jahr 400 stammender Grabstein gilt als das ältestes Zeugnis christlichen Glaubens. Im Jahr 739 wurde Regensburg von Bonifatius dem Kanonischen Recht und damit dem Bischof von Rom unterstellt und gilt somit als Gründungsjahr des Bistums Regensburg. 798 wurde das Bistum dem Erzbistum Salzburg unterstellt.

Im 12. Jahrhundert erfolgten zahlreiche Klostergründungen und führten zur Ausdehnung des Bistums. Der weltliche Herrschaftsbereich des Fürstbischofs von Regensburg, das Hochstift Regensburg, konnte nicht zu einem größeren geschlossenen Territorium ausgebaut werden, da es nach der Belehnung abgetrennt wurde. Nach dem Augsburger Reichs- und Religionsfrieden von 1555 wurden die Reichsstadt Regensburg und die Oberpfalz evangelisch-lutherisch und ca. 90 Jahre später wieder römisch-katholisch. Zwangsläufig führte dies zu Konflikten zwischen der Stadt Regensburg und dem römisch-katholischen Bischof.

1803 wurde das Hochstift in ein Fürstentum Regensburg unter der Regierung eines Kurerzkanzlers verwandelt. Dessen erzbischöfliche Würde wurde 1805 von Mainz auf das Bistum Regensburg übertragen. 1810 fiel das Fürstentum Regensburg an das Königreich Bayern, der Fürstprimas blieb aber bis zu seinem Tod 1817 Erzbischof von Regensburg. Das Bayerische Konkordat von 1817 ordnete die Diözese neu und unterstellte sie dem Erzbistum München und Freising.

Gegenwart

Zu den besonders ab 2010 öffentlich erhobenen Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs in den Jahren 1958 bis 1973 wurde vom Bistum Regensburg Stellung genommen.

Seit 1971 ist in den Räumen des Stiftes Obermünster das Bischöfliche Zentralarchiv Regensburg untergebracht, das Urkunden und Akten des Domkapitels, der Klöster, Stifte, Orden und Verbänden seit dem 12. Jahrhundert aufbewahrt. 2008 wurde in Räumen des Priesterseminars das Institut Papst Benedikt XVI. eingerichtet, das unter anderem das theologische Gesamtwerk Papst Benedikts herausgibt.

Die 1929 erbaute Kirche St. Augustin des Augustinerklosters in Weiden wurde 2010 nach der Auflösung der Ordensniederlassung profaniert. Es ist dies die einzige bekannte Profanierung einer Kirche im Bistum Regensburg in der jüngeren Geschichte.

Grafik

Das Bistum Regensburg ist eines der „Katholikenreichsten“ Bistümer. 67 Prozent der Einwohner (1,743 Mio. - 2017) sind katholisch. 2002 betrug der Anteil noch 83 Prozent.

In den vier dargestellten Kasualien (Taufen, Erstkommunion, Trauungen sowie Bestattungen) zeigen sich für das Bistum Regensburg höhere Ereigniszahlen pro 1.000 Katholiken als im gesamten katholischen Deutschland.

Die zukunftsträchtigen Ereignisse der Trauungen und der Taufen bleiben seit 1969 überdurchschnittlich und nähern sich erst seit 1998 den Ereigniszahlen im gesamten katholischen Deutschland an. Taufen und Erstkommunionen verringern sich in den letzten 30 Jahren um 35 bzw. 27 Prozent, bleiben aber beständig weit über den Durchschnittszahlen. Bei den Trauungen ist seit 2006 wieder ein Aufwärtstrend zu verzeichnen. Und seit 2012 gibt es wieder mehr Taufen.

Die Mitgliederzahlen verringern sich von 1987 bis 2017 um etwa 11 Prozent und liegen damit im Durchschnitt der Verringerung der Mitgliederzahlen aller Bistümer in Deutschland. Jedoch sind die meisten Verluste erst in den letzten 7 Jahren zu verzeichnen. Zwischen 2010 und 2017 sind in diesem Bistum über 46.000 Mitglieder aus der Kirche ausgetreten, die meisten 2010 und 2014 (6.600 und 7.000). Doch auch in den nachfolgenden Jahren haben ca. 6.500 Menschen jährlich das Bistum verlassen.

Entsprechend dem gesamten katholischen Trend verringern sich im betrachteten Zeitraum die Gottesdienstbesucher um ca. 63 Prozent, jedoch geht hier noch jedes siebente Kirchenmitglied zum sonntäglichen Gottesdienst (im Durchschnitt deutschlandweit ist es jeder 10.). Die Bestattungen bleiben in den letzten 50 Jahren fast konstant bei etwa 10 pro 1.000 Mitgliedern mit etwas steigender Tendenz seit 2007.

Tabelle absolut1
Tabelle absolut 2
Tabelle relativ1
Tabelle relatic2

(aktualisiert 2019 - SFE)