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Muslime in Deutschland, 2025

Eine Bestandsaufnahme zur Anzahl der Muslime in Deutschland, zeigt, dass darüber keine belastbaren Kenntnisse bestehen und der historische wie aktuelle Wissensstand bescheiden ist. Zudem wird ein Sammelbegriff über eine Vielzahl unterschiedlicher Glaubensvorstelllungen gestülpt. Der aktuelle Kenntnisstand und die Vorgeschichte.

1. Datenstand 2025
    1.1. Asylerstanträge
    1.2. Wanderungsbilanz
2. Hintergründe 1987 - 2020
    2.1. Zeitraum 1987 – 2007
    2.2. Zeitraum 2008 – 2020
3. Anteile / Spannweiten
4. fowid-Zeitreihe

Die Analysen zu Religionen und Weltanschauungen in Deutschland, die letztendlich in der jährlichen Übersicht zu den „Religionsgemeinschaften in Deutschland“ (für 2024) zusammengefasst werden, beinhaltet auch eine aktuelle Analyse „der Muslime“ in Deutschland. Das ist Anlass, sich zu vergegenwärtigen, auf welchem Erkenntnisstand sich diese Klärung für 2025 befindet und wie es dazu gekommen ist.

1. Datenstand 2025

Ausgangszahl ist die Anzahl der konfessionsgebunden Muslime – nach fowid-Berechnungen – Ende 2024: das sind 3.2080.000 Personen.

Die Entwicklung der Anzahl der Muslime in Deutschland hat wenig mit den Fertilitätsraten muslimischer Frauen zu tun. Das analysierte bereits 2018 der Artikel „Der Mythos hoher muslimischer Geburtenraten“ und 2020 die Ausarbeitung: „Geburtenzahlen von Kindern muslimischer Mütter/Väter“, die für Deutschland, ebenso wie für Österreich feststellten, dass die Fertilitätsraten sich angeglichen haben.

Das wesentlichste Element in der Veränderung der Anzahl der Muslime in Deutschland ist die Zuwanderung. Zahlen dafür liegen vor für die Asylerstanträge und – implizit – über die Wanderungen nach Staatsangehörigkeit.

1.1. Asylerstanträge

Das BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) hat dazu in: „Das Bundesamt in Zahlen 2025“ die Angaben nach Religionszugehörigkeit publiziert.

Von den insgesamt 113.236 Asyl-Erstantragstellenden sind 79.594 Personen in ihrer Religionszugehörigkeit mit „Islam“ angegeben. In der Entwicklung der Asylerstanträge seit 2015 (siehe Tabelle 1 im Anschluss) zeigt sich die Verringerung dieser Zuwanderung: „Die Zahl der Erstanträge auf Asyl sinkt im Jahr 2025 im Vergleich zu 2024 um 51 Prozent, um 66 Prozent im Vergleich zum Jahr 2023.“ (Quelle: BMI)

Der Anteil der Religionszugehörigkeit „Islam“ ist jeweils der höchste und bewegt sich in der Spannweite von 61 bis 79 Prozent.

1.2. Wanderungsbilanz

In den Übersicht der Wanderungen des AZR (Ausländerzentralregisters) lassen sich in den Salden der Wanderungen (Zuzüge vs. Fortzüge) nach ausgewählten Staatsangehörigkeiten in den letzten 12 Monaten zehn Länder mit einer überwiegend muslimischen Bevölkerung auslesen. (s. Tabelle 2). Sie ergeben ein Gesamtsaldo von 98.000 Personen Zuwanderung.

Nach Auszählung der ausländischen Bevölkerung nach Staatsangehörigkeit beläuft sich der Unterschied für Türken Ende 2025 gegenüber 2024 auf Minus 24.080, für Syrer auf Minus 38.775 und für Afghanen auf ein Plus von 7.760.

Bei dem Zählkriterium „Staatsangehörigkeit“ ist allerdings zu beachten, wie viele Einbürgerungen es gegeben hat. Kombiniert man die Veränderungen in der Anzahl der gezählten Personen aus diesen drei Staaten mit den Einbürgerungen, so ergeben sich moderate Zuwächse (s. Tabelle 4)

Geht man davon aus, dass diese drei Länder rund 50 Prozent der Migration aus überwiegend muslimischen Ländern darstellen, dann beläuft sich die die gesamte Zuwanderung aus diesen Staaten in einer Größenordnung von rund 145.000 Personen. Geht man dann davon aus, dass etwa die Hälfte konfessionsgebundene Muslime sind, so ist es eine Anzahl von rund 73.000 Personen.

Bei den Berechnungen ist zu beachten, dass 835.000 Personen ein Prozent (1,0) der Bevölkerung bedeuten, 83.500 nur 0,1 Prozent und 8.350 Personen nur 0,01 Prozent. Die genannten 73.000 zugewanderten konfessionsgebundene Muslimen belaufen sich entsprechend auf 0,09 Prozent der Bevölkerung.

Entsprechend erhöht sich die Ausgangszahl von Ende 2024 von 3.280.000 Personen für Jahresende 2025 auf 3.350.000 bzw. auf 4,0 Prozent.

2. Hintergründe 1987 - 2025

2.1. Zeitraum 1987 - 2007

Den vorstehenden Ausführungen liegt eine längere Vorgeschichte zugrunde, die zumindest kurz zusammengefasst sein soll.

Die genaue Zahl der Muslime in Deutschland wurde erstmalig und zuletzt in der Volkszählung 1987 erfasst und publiziert, also vor 39 Jahren: 1,7 Mio. (1.650.952), kategorisiert als „Islamische Religionsgemeinschaft“. Die Auswertungen erbrachten differenzierte Daten: „Muslime, 1987“, z. B. das ein Drittel dieser Muslime (34,7 Prozent) in NRW/Ruhrgebiet/Rheinland leben. Für Westdeutschland hieß das: 2,7 Prozent, für Deutschland (1990) 2,1 Prozent.

In der BT-Drucksache 14/4530 heißt es dazu: „Mit Ausnahme der Volkszählung 1987 wurden in der Bundesrepublik Deutschland keine Erhebungen zur Anzahl der Anhänger der islamischen Glaubensgemeinschaft in Deutschland durchgeführt. Dies gilt auch für die Volkszählungen 1950, 1961 und 1970. Deswegen liegen keine amtlichen Erkenntnisse über die Entwicklung der Anzahl der Anhänger des muslimischen Glaubens vor.“

In den weiteren Jahren gab es zwar offizielle Zahlenangaben, die aber alle auf Schätzungen beruhen.

In der Antwort der Bundesregierung auf die Anfrage der CDU/CSU: (Drucksache 14/4530 vom 8.11.2000) „Islam in Deutschland“, heißt es zur „Statistischen Ausgangslage:

„Die Zahl der derzeit in Deutschland lebenden Einwohner muslimischen Glaubens ist nicht exakt zu benennen. Dies liegt daran, dass bei den deutschen Meldebehörden Muslime unter dem Sachverhalt Religionszugehörigkeit als „verschiedene“ gezählt werden. Auch die Zahl der muslimischen Ausländer ist nicht eindeutig bestimmbar, da im Ausländerzentralregister die Religionszugehörigkeit nicht gespeichert wird.
Die Religionszugehörigkeit wurde in Deutschland zuletzt bei der Volkszählung am 25. Mai 1987 ermittelt. Damals bekannten sich 1 650 952 Personen zum Islam, darunter 47 966 deutsche Staatsbürger sowie 1 324 875 türkische Staatsangehörige. Unter den zu diesem Zeitpunkt in Deutschland lebenden 1 422 732 türkischen Staatsangehörigen bekannten sich somit etwa 93 % zum Islam.
Die ungefähre Anzahl der derzeit in Deutschland lebenden Muslime lässt sich wie folgt herleiten: Ausländer
Zum 31. Dezember 1999 hielten sich in Deutschland etwa 2,8 Millionen Ausländer auf, die ihrer Staatsangehörigkeit nach überwiegend muslimischen Staaten zugeordnet werden können. Allerdings müssen nicht alle Personen, deren Herkunftsstaat muslimisch geprägt ist, Muslime sein. Dem steht eine relativ geringe Zahl von in Deutschland lebenden Muslimen gegenüber, die Staatsangehörigkeiten von Staaten haben, die nicht muslimisch geprägt sind. Ein gewisser rechnerischer Abschlag erscheint daher realistisch, so dass die Zahl der ausländischen Muslime in Deutschland auf 2,5 bis 2,7 Millionen geschätzt werden kann. […] Als Basis für die Schätzung der Zahl von Deutschen muslimischen Glaubens ist aufgrund der Volkszählung vom 25. Mai 1987 von 48.000 Personen im Jahr 1987 auszugehen. Als weitere Daten stehen lediglich die Einbürgerungen der Jahre 1988 bis 1998 zur Verfügung. Legt man die Einbürgerungen von Personen aus überwiegend muslimischen Herkunftsstaaten zugrunde, so ergibt sich eine Zahl von etwa 344 000 eingebürgerten Staatsbürgern. […] Insgesamt kann geschätzt werden, dass in Deutschland etwa 2,8 bis 3,2 Millionen Menschen muslimischen Glaubens leben.“

In dem Artikel von Johannes Kandel „Islam und Muslime in Deutschland“ (2002) heißt es:

„Mehr als 3,2 Millionen Muslime leben unter uns. Sie kamen als Migranten aus verschiedenen Staaten oder sind Deutsche, die zum Islam konvertierten (ca. 50.000). Eine große Bandbreite religiöser Richtungen ist vertreten: Sunniten, Schiiten, Aleviten und Ahmadis. Die letzten gehören nach ihrem Selbstverständnis auch zur großen Familie des Islam, obwohl sie von den anderen Gruppen ausgegrenzt und in Pakistan seit 1974 blutig verfolgt werden. Die ethnisch größte Gruppe sind die Türken mit ca. 2,1 Millionen, die ihrerseits zu 90 Prozent Sunniten sind. Das bunte und für den Beobachter von außen mitunter verwirrend-irritierende Erscheinungsbild des Islam in Deutschland wird von ungefähr 2200 muslimischen Vereinen bestimmt. Die Mehrzahl von ihnen ist im „Zentralrat der Muslime“, dem „Islamrat“, der „Türkisch-Islamischen Union, der Anstalt für Religion (DITIB)“ und dem „Verband Islamischer Kulturzentren“ organisiert.“

Diese „3,2 Millionen Muslime“ waren Anfang der 200er Jahre die Standardzahl, so auch bei Ursula Spuler-Stegemann „Muslime in Deutschland. Informationen und Klärungen“ (2002).

In der Antwort der Bundesregierung auf die Anfrage der Fraktion Bündnis90/Die Grünen (Drucksache 16/5033 vom 18.04.2007) „Stand der rechtlichen Gleichstellung des Islam in Deutschland“ werden Daten genannt: die Anzahl der in Deutschland lebenden Ausländer, die aus mehrheitlich muslimischen Ländern stammen (s. Tabelle 5)

„Statistische Ausgangslage

1. Welche islamischen Glaubensrichtungen sind in Deutschland vertreten?

Die meisten islamischen Glaubensrichtungen sind in Deutschland vertreten. Im Wesentlichen handelt es sich um folgende Gruppierungen:
● Sunniten
● Schiiten, hauptsächlich Zwölferschiiten (Imamiten) aus dem Iran, dem Libanon, dem Irak und anderen Ländern
● Aleviten, eine aus der Türkei stammende Gemeinschaft
● Ahmadis, hauptsächlich aus Pakistan
● daneben sind zahlenmäßig kleinere Gruppen anderer Richtungen bekannt (z. B. Zaiditen; Ismailiten).

2.b. Wie viele Mitglieder zählen die jeweiligen Richtungen in Deutschland?

Diese Frage kann nur auf der Basis von Schätzungen beantwortet werden. Die Sunniten stellen die größte Glaubensrichtung in Deutschland dar, da die überwiegende Mehrzahl der Muslime aus der sunnitisch geprägten Türkei stammt. Nach grober Schätzung leben in Deutschland 2,5 Millionen Sunniten. In Deutschland soll der prozentuale Anteil der Aleviten an der türkischen Bevölkerung höher als im Ursprungsland liegen. Die Angaben zu ihrer Zahl schwanken zwischen 400 000 und 700 000 Personen. Die Zahl der (Zwölfer-)Schiiten wird auf 200 000 geschätzt. Nach eigenen Angaben leben in Deutschland rund 40 000 Ahmadis.“

Grobe Gesamtsumme: 3.140.000 bis 3.440.000.

Was heißt, das sich die Anzahl der Muslime von 2000 (2,8 bis 3,2 Millionen) bis 2007 (3,1 bis 3,4 Millionen) um rund 200.000 bis 300.000 erhöht hat.“

Die Unsinnigkeit solcher Darstellungen wird auch nicht dadurch abgemildert, indem angemerkt wird: „[…] wobei jedoch beachtlich ist, dass nicht bei allen der gezählten Personen von islamischer Glaubenszugehörigkeit ausgegangen werden kann.“ In dieser Darstellung kommen 72 Prozent der „Muslime“ aus der Türkei. Die erste Generation der türkischen „Gastarbeiter“ kamen jedoch aus der säkularisierten West-Türkei. Erst mit den 1990er Jahren erfolgte die Änderung der Sichtweise und aus „Türken“ wurden pauschal „Muslime“.

„Im Gegensatz zu Angehörigen der christlichen und jüdischen Religionsgemeinschaften wurden Muslime in Deutschland lange Zeit nur als ‚undifferenzierter Bevölkerungsteil mit Migrationshintergrund‘ gesehen und erst spät als religiöse ‚Großgruppe‘. In den 1990er Jahren wurden in der gesellschaftlichen Wahrnehmung ‚Ausländer‘ schrittweise zu ‚Türken‘ und schließlich zu ‚Muslimen‘.“ (Quelle, S. 62)

Das auch die Bundeszentrale für politische Bildung staatlich-türkische Angaben übernimmt, macht die Angabe nicht besser: „Etwa 99 Prozent - also beinahe die gesamte Bevölkerung der Türkei - ist muslimischen Glaubens.“ (Quelle, abgerufen 24.06.2026) mit „Stand 2014“ und dem Hinweis, dass 1965 (also vor 60 Jahren) letztmalig nach der Konfession überhaupt gefragt wurde. Nach einer KONDA-Umfrage bezeichneten sich (2008) 55 Prozent der Bevölkerung als „fromm“. (Quelle)

2.2. Zeitraum 2008-2020

Seit 1987 ist man, neben diesen Schätzungen, auf Umfragen angewiesen. Umfragen haben aber nicht nur die Besonderheit, dass kleinere Gruppen tendenziell unterrepräsentiert sind, sondern auch, dass – je nach Anteil – in einer normalen Umfrage mit 1.000 Befragten nur 20 bis 40 „Muslime“ darin vorkommen – eine Anzahl, die nicht weiter differenziert werden kann bzw. sollte.

Dem hat man versucht Abhilfe zu schaffen und das BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) hat – im Auftrag der Deutschen Islamkonferenz - zwei spezielle Umfragen erarbeitet. Zum einen von Sonja Haug, Stephanie Müssig und Anja Stichs: „Muslimisches Leben in Deutschland“ (2008) zum anderen von Katrin Pfündel, Anja Stichs, Kerstin Tanis: „Muslimisches Leben in Deutschland 2020“. Zusätzlich gibt es die Studie (2016) von Anja Stichs: „Wie viele Muslime leben in Deutschland? Eine Hochrechnung über die Anzahl der Muslime in Deutschland zum Stand 31. Dezember 2015. Im Auftrag der Deutschen Islam Konferenz. BAMF-Working Paper 71“

Die Verwendung des Onomastik-Verfahrens zur Stichprobenbildung ist plausibel, da es um die „Anzahl der Muslime mit Migrationshintergrund aus relevanten muslimisch geprägten Herkunftsländern“ geht. 6.263 befragte Personen aus 49 muslimisch geprägten Herkunftsländern sind die Datenbasis. Die Ergebnisse sind sorgfältig und detailliert dokumentiert. Insofern ist es verständlich, dass diese Studien als Orientierungsgrößen anerkannt sind.

Eigenheiten der Studien, dass z. B. zwischen Sunniten, Schiiten und Aleviten unterschieden wird, dann aber alle wieder als „Muslime“ zusammengefasst werden, sind erkenntlich. Auch die Ergebnisse hinsichtlich der Religiosität, dass 10 Prozent der Sunniten, 25 Prozent der Schiiten und 22 Prozent der Aleviten sich als „gar nicht gläubig“ bzw. „eher nicht gläubig“ einstufen, ist dokumentiert und kann in weiteren Ausarbeitungen berücksichtigt werden.

Etwas Besseres als diese Ausarbeitungen gibt es derzeit nicht – es sei denn, die Politik würde sich entschließen, im Mikrozensus nach Religion / Religiosität fragen lassen, wie es z. B. in der Schweiz durch das Bundesamt für Statistik die Praxis ist.

Die bisherigen Angaben / Schätzungen stellen sich in einer Zeitreihe von 1987 – 2020 wie folgt dar:

Die ‚Verringerungs-Delle“ 2011 erklärt sich aufgrund der Ergebnisse des Zensus 2011, in denen die Anzahl der Ausländer in Deutschland nach unten korrigiert wurde.

3. Anteile / Spannweiten

Die Anteile und damit die Anzahl der Muslime hat eine große Spannweite.

Im „Religionsmonitor2023: Zusammenleben in religiöser Vielfalt“ findet sich, unkommentiert, der empirische Höchstwert von 8,5 Prozent, was, bezogen auf die Bevölkerungszahl von 2023 (84,7 Mio.), 7,2 Mio. (7.199.500) Personen entspricht. Dieser Anteilswert wird nur noch von der Bevölkerung überboten, die in der Ipsos-Studie zu „Wahrnehmung und Realität 2016“ insgesamt von einem Anteil von 16 Prozent ausgeht, das wären (bei einer Bevölkerung von seinerzeit 82,5 Millionen) rund 13,2 Mio. Muslime.

Im Mittelfeld befindet sich das BAMF mit der Studie zum „Muslimischen Leben in Deutschland 2020“ und entsprechend das BMI. In der Darstellung des Bundesministeriums des Innern heißt es zum Islam: „Mit einem Anteil von ca. 6,6 % an der Gesamtbevölkerung stellen die ungefähr 5,5 Millionen Muslime die zweitgrößte religiöse Gruppe in Deutschland dar.“ (Abgerufen am 07.06.2026)

Am anderen Ende dieser Größenordnungen befinden sich die Ergebnisse der großen Religionsstudie der EKD und der katholischen Kirche (6. KMU, 2022), in denen der Anteil der Muslime in Deutschland auf 3,9 Prozent beziffert wird. Dieser Anteil findet sich auch in der fowid-Ausarbeitung „Religionszugehörigkeiten 2024“ (s. Tabelle 8).

Das Dilemma der Islamforschung zeigt sich auch bei REMID, der Organisation mit den zuverlässigsten Daten zu Religionen in Deutschland, die unter dem Stichwort „Islam“ als Gesamtzahl, aufgrund der BAMF-Studien, 5.300.000 — 5.600.000 angibt, in der dann folgenden Übersicht von 33 Organisationen als Summe aber nur 1.327.680 beziffert (s. Tabelle 7).

4. Fowid-Zeitreihe 2015 - 20225

Die Auswertungen der jährlichen FoWiD- Übersichten zu den Religionszugehörigkeiten/Muslimen beruhen u. a. auf den Ergebnissen des „Muslimische Lebens 2008“ und deren Fortschreibung.

Dabei sind zwei Aspekte wesentlich. Im Unterschied zu den BAMF-Studien wurde hinsichtlich der Religiosität die Kategorie der „Kultur-Muslime“ eingesetzt, d. h. die Angabe konkretisiert auf „Konfessionsgebundene Muslime“, was sich in der Gebetshäufigkeit und dem Moscheebesuch darstellt. Bis 2019 wurde von einem Anteil von 20 Prozent für die Kultur-Muslime ausgegangen, ab 2020 wurde dieser Anteil auf 40 Prozent erhöht, d.h. von den üblichen Angaben zu den „Muslimen“ abgezogen.

Inhaltlich beachtenswert ist, was zu den Ergebnissen der 6. KMU (2022) für die „Orientierungstypen“ veröffentlicht wurde: Nur 25 Prozent der Muslime haben eine religiöse Orientierung und „nur etwa ein Siebtel mit einer Mitgliedschaft in einer islamischen Gemeinschaft mit finanziellen Beitragszahlungen.“ (Quelle: KMU6)

Ebenfalls 2020 wurden die 700.000 Aleviten aus der Anzahl der Muslime herausgerechnet, da sie ein eigenständiges Religionsverständnis haben und – mit einer klassischen Wortwahl – keine „Mohammedaner“ sind. (Details dazu im Artikel „Aleviten in Deutschland“.)


(Carsten Frerk)

Tabellen

(Im Anhang befindet eine Excel-Datei mit den auslesbaren Daten.)